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Bergen Stadt Verkauf von Briten-Häusern in Bergen: Vorwürfe gegen Rainer Prokop
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Verkauf von Briten-Häusern in Bergen: Vorwürfe gegen Rainer Prokop
18:02 16.03.2018
Von Christopher Menge
Für den Verkauf der Häuser am Horstweg in Bergen und am Trannberg in Wohlde bekam die Maklerin Anke von Bothmer eine Provision von jefünf Prozent. Laut Aussage der SEB handelte sie auf Eigeninitiative. Bürgermeister Rainer Prokop ist ihr dankbar für das Engagement. Quelle: David Borghoff
Bergen Stadt

„Öffentliche Mittel unterliegen dem Vergaberecht“, betont Amtsleiter Marcus Carteuser vom Landkreis Celle auf CZ-Nachfrage. Die Prüfung der SEB, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Bergen, erfolge allerdings nicht durch den Landkreis, sondern durch eine Prüfungsgesellschaft. Nach CZ-Informationen ist die Rational-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Bremen mit der Prüfung der SEB beauftragt. Eine Antwort auf die CZ-Anfrage, ob Unregelmäßig-keiten festgestellt worden sind, gibt das Unternehmen allerdings nicht.

„Es gab keinen Verstoß gegen Vergabevorgaben“, betont Bergens Bürgermeister Rainer Prokop, der gleichzeitig Geschäftsführer der SEB ist. „Wir haben uns im rechtlichen Rahmen bewegt. Aus Sicht der Stadt ist alles richtig gelaufen.“ Frei heraus antwortet Prokop auf die Fragen der CZ. Von den 44 Häusern in den ehemaligen Briten-Siedlungen am Horstweg in Bergen und am Trannberg in Wohlde seien 2 direkt verkauft worden. Für die anderen 42 hätte die Maklerin Anke von Bothmer aus Bonstorf Käufer gefunden. „Sie hat sich selber gekümmert und Käufer gebracht“, sagt Prokop. „Die SEB hat keinen Makler beauftragt.“ Folglich hätte es auch keine Ausschreibung geben müssen.

Die Zahlen verschiedener CZ-Informanten bestätigt Prokop. „Die Häuser wurden in einer Preisspanne zwischen 125.000 und 159.000 Euro verkauft, die Provision lag bei je fünf Prozent“, sagt der Verwaltungschef. „Es gab keinen Auftrag. Nur die Erlaubnis, Schilder auf den Grundstücken aufzustellen.“ Ziel sei es gewesen, die Häuser möglichst schnell zu veräußern. Dank der Eigeninitiative von von Bothmer sei das besser gelaufen, als die meisten gedacht hätten. „Wir hatten Angst, dass wir auf den Häusern sitzen bleiben“, sagt Prokop. Daher seien die Häuser für die Käufer provisionsfrei angeboten worden. „Wir sind keine Makler“, betont Prokop, der von einer Win-win-Situation spricht.

Dem Vorwurf, durch eine Ausschreibung hätte man einen Makler gefunden, der gegebenenfalls nur 3 Prozent genommen hätte – die SEB hätte dann etwa 120.000 Euro gespart – entgegnet Prokop, dass die Provision üblicherweise zwischen 6,5 und 8 Prozent liegen würde. „Das war schon ein Sonderpreis“, so Prokop, der auf einen Beschluss des Aufsichtsrates verweist, grundsätzlich einen Makler einsetzen zu wollen. Die Vorwürfe nennt er eine „Luftnummer“. Von Bothmer wollte sich zu dem Fall aus geschäftlichen Gründen nicht äußern.

Bürgermeister Prokop glaubt, dass ihm jemand schaden möchte. „Es gibt diese Vorwürfe in Bergen nicht“, sagt er. Dafür spricht, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter-Christoph Buhr und der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger von Borcke der CZ sagen, dass sie davon nichts wüssten. Jürgen Patzelt (Grüne) hat davon allerdings auch gehört.

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