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Lohheide 3400 Radler erkunden Truppenübungsplatz Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide 3400 Radler erkunden Truppenübungsplatz Bergen
16:15 05.08.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Christopher Menge
Lohheide

"Wir wollen mal gucken, ob die Erika wieder da ist", sagte Georg Welp, ehe er sich aufs Fahrrad setzte und auf die 50 Kilometer lange Strecke startete. Insgesamt wurden vier verschiedene Touren zwischen 24 und 77 Kilometern Länge angeboten. Mit dabei waren auch wieder Irene Defort (71) und Anneliese Thielmann (73). "Uns reicht die 27-Kilometer-Strecke. Mit der Fahrt von Bergen und zurück sind es auch knapp 40 Kilometer", sagte Thielmann. "Es ist immer wieder schön, dass man hier Leute trifft, mit denen man klönen kann."

Das bietet sich vor allem auf dem Rastplatz bei den Sieben Steinhäusern an, wo alle Touren zusammenlaufen. Viele Radler stärkten sich hier nicht nur mit Bratwurst, Erbsensuppe oder Kuchen, sondern schauten sich auch die Großsteingräber der Jungsteinzeit um 2300 vor Christus an. Das archäologische Denkmal liegt im militärischen Übungsgebiet. Erdwälle schützen die einzelnen Grabanlagen – trotz des Namens sind es nur fünf – vor Granateinschlägen.

"Wir fahren gerne und viel Rad", erzählte Jörg Schmeling, während er mit seiner Frau Susanne Rast machte. "Im Grunde ist das hier ja ein großes Naturschutzgebiet. Es ist sehr hübsch hier." Auch die Organisation sei wieder sehr gut, lobte der Scheuener. Eine Änderung gab es in diesem Jahr aber doch. Erstmals stellte nicht das Militär, sondern Rettungsdienst Marquardt die medizinische Versorgung. Bis zum späten Nachmittag gab es aber glücklicherweise nur eine leicht verletzte Person.

Obwohl Kalle Hornbostel die ersten 18 Jahre seines Lebens in Meißendorf verbrachte, war er noch nie auf dem Übungsplatz unterwegs. Das änderte sich aber am Sonntag. Gemeinsam mit Wolfgang Voges, Tanja Mehmke-Gerlof und Frank Gerlof aus Meinersen radelte er bei angenehmen Temperaturen über den Platz. "Landschaftlich gefällt es uns super gut", sagte Mehmke-Gerlof. Ihr Mann Frank lobte die gute Beschilderung der Strecken.

Den wohl jüngsten Teilnehmer hatte Monique Junghans dabei. Ihr gerade einmal sieben Wochen alter Sohn lag ganz lieb im Kindersitz, während Mutti strampelte. Viele weitere Kinder hatten das Glück in einem Anhänger von Mama oder Papa gezogen werden, andere Teilnehmer waren mit dem Tandem unterwegs, Kurt Wrede aus Bergen und sein Bekannter zogen mit ihren Velomobilen die Blicke auf sich. Immer mehr Teilnehmer schonen ihre Kräfte auf der Tour inzwischen durch einen Elektroantrieb. Auf dem Rastplatz an den Sieben Steinhäusern gab es daher auch eine Ladestation für E-Bikes.

"Ich bin ein Platzkind", sagte Michael Nykolyszyn, der mit Julia Lugert am Straßenrand Pause machte. "Heute wird der Öffentlichkeit gezeigt, was die Truppe hier so macht", sagte der Hasselhorster. "An solchen Tagen hat man die Möglichkeit, sich an diesem Naturschutzgebiet zu erfreuen." Oder wie es ein anderer Radler ausdrückte: "Hier ist die Fauna noch in Ordnung."

Eine kleine Enttäuschung gab es aber doch: Die Erika blühte noch nicht in ihrer vollen Pracht. "Wir sehen uns trotzdem wieder im nächsten Jahr", sagte Georg Welp nach der Zieleinfahrt auf dem Höllenberg.