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Lohheide Biografie von Bergen-Belsen-Kommandant Haas ambivalent und spannend
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Biografie von Bergen-Belsen-Kommandant Haas ambivalent und spannend
17:50 31.01.2018
Von Christopher Menge
Quelle: www.startnext.com
Lohheide

"Tatsächlich scheinen Haas weniger ein radikaler Antisemitismus oder eine nationalsozialistische Indoktrination zur SS getrieben zu haben, wie das bei vielen anderen der Fall war. Vielmehr war reines Karrieredenken seine Triebfeder", sagt Saß. Vor der SS sei Haas ein erfolgloser Bäcker gewesen; mit dem Eintritt in die SS wartete auf ihn eine steile "Karriere" mit überdurchschnittlich guter Entlohnung. "Wohl ein wichtiger Grund, warum er auch alle Gewalttaten verübte, die sein ,Job' verlangte", meint Saß.

Als KZ-Kommandant von Niederhagen/Wewelsburg und später in Bergen-Belsen ließ er schließlich mehr als 3000 Menschen sterben oder von der SS umbringen. Was die Haas-Biographie jedoch für Saß "ambivalent und spannend macht", ist der Fakt, dass er einige Häftlinge – auch jüdische – schützte, solange sie ihn mit Musik und Kunstgegenständen unterhielten. Einige Überlebende – zum Beispiel Heinrich Schönker, der als Kind im KZ Bergen-Belsen inhaftiert war – erinnern sich daher gleichzeitig an seine Brutalität und Gleichgültigkeit im Lageralltag, aber auch daran, dass er sie aufgrund ihrer künstlerischen Fähigkeiten vor Transporten in die Vernichtungslager „gerettet“ hat. "Mir ist es wichtig, eine Täter-Biographie nicht nur in einem Schwarz-Weiß-Schema zu schreiben", betont Saß. "Ich möchte die Motive eines Täters verstehen und versuchen sie in meinem Buch zu erklären."

1944 wurde Haas degradiert, seine Spur verliert sich in den Kriegswirren. "Ich folge allerdings einigen Spuren, die auf sein Untertauchen hinweisen", so Saß. "In Hachenburg gab es immer wieder Gerüchte, dass Haas nach dem Krieg heimlich seine Familie besucht habe, erzählten mir einige Zeitzeugen."

Es ist ein hoch emotionales Thema, mit dem sich die Gedenkstätte Bergen-Belsen in diesem Jahr beschäftigt. Am 15. April werden 20 Menschen das ehemalige Konzentrationslager besuchen, aus dem sie als Kinder befreit wurden. Eröffnet wird dann die Sonderausstellung "Kinder im KZ Bergen-Belsen". "Das Thema war bisher unterrepräsentiert, erstmals gibt es überhaupt eine Ausstellung dazu", sagt Jens-Christian Wagner. Der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten erwartet daher ein hohes öffentliches Interesse an der Sonderausstellung, die insgesamt 200.000 Euro kostet. 80 Prozent werden von Bund und Klosterkammer finanziert.

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