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Lohheide „Die Menschen besser kennenlernen“
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide „Die Menschen besser kennenlernen“
10:00 14.04.2019
Von Jürgen Poestges
Celle

Rudolf Küstermeier war ein Widerstandskämpfer der ersten Stunde. Von den zwölf Jahren, die das „Dritte Reich“ existierte, verbrachte er mehr als elf im Zuchthaus oder im Konzentrationslager. Als Journalist mit nachweislich weißer Weste hatte er nach der Befereiung keine Probleme, in seinen Beruf zurückzukehren. Er wurde Chefredakteur der „Welt“ in Hamburg, danach sogar dpa-Korrespondent in Israel.

Biografische Skizzen von Häftlingen

Seine Geschichte ist eine von 19, die Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, und Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, als Herausgeber in dem Buch „Menschen in Bergen-Belsen – Biografische Skizzen zu Häftlingen des Konzentrationslagers“ erzählen.

Leser sollen über den Menschen etwas wissen

„Die Idee gibt es schon ein Weile“, sagt Rahe, der selbst über sechs Menschen in dem Buch erzählt. „Unser Ziel war es, nicht nur eine Biografie nachzuerzählen. Sondern wir wollten, dass der Leser hinterher über den Menschen etwas weiß, ihn ein bisschen besser kennengelernt hat.“

Personen-Register von Belsen sind verbrannt

Die Arbeiten nicht nur zu diesem Buch waren eine große Fleißaufgabe. „Die Personen-Register von Bergen-Belsen sind vor der Befreiung verbrannt worden“, erzählt Rahe. „Wir gehe davon aus, dass rund 120.000 Menschen hier waren. Inzwischen haben wir 52.000 Namen ermitteln können.“ Alle werde man sicherlich nicht finden.

Es sei auf jeden Fall sehr interessant, in die Biografien der Menschen einmal tiefer einzutauchen. „Wir haben verucht, aus jeder ethnischen Gruppe Persönlichkeiten unterschiedlichster sozialer und nationaler Zugehörigkeit auszuwählen“, so Rahe.

Heinz Galinski im Visier der RAF

Da ist zum Beispiel Heinz Galinski, Jahrgang 1912, der das KZ Bergen-Belsen überlebt. Er gründete und leitete die Jüdsiche Gemeinde in Berlin, war Vorsitzender des Zetralrates der Juden – und geriet ins Kreuzfeuer der RAF. Im August 1975 wurde auf ihn ein Sprengstoffanschlag verübt. „Das ist bemerkenswert, dass nicht nur rechte, sondern auch linke Extremisten ihn bedrohten.“

Auch Anne Frank fehlt nicht

Und natürlich fehlt Anne Frank nicht. Sie hat dank ihrer überlieferten Tagebücher den größten Bekanntheitsgrad aller Menschen, die im KZ Bergen-Belsen Schreckliches erdulden mussten. (poe)

Buchtipp

Thomas Rahe/
Jens-Christian Wagner (Herausgeber)
Menschen in Bergen-Belsen –
Biographische Skizzen zu Häftlingen
des Konzentrationslagers
Wallstein-Verlag
272 Seiten
Hardcover
22 Euro

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