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Lohheide Gedenkstätte Bergen-Belsen nimmt Leiden der Kinder in den Fokus
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Gedenkstätte Bergen-Belsen nimmt Leiden der Kinder in den Fokus
17:27 03.01.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Alex Sorokin
Lohheide

"Wir stellen viele neue Dokumente und Objekte vor", sagt Wagner. Zudem seien Zeitzeugenbegegnungen in Schulen Teil des Konzepts. Bis August wird den Besuchern in der Gedenkstätte das Schicksal der Kinder näher gebracht, anschließend wandert die Ausstellung – zunächst in die Schweiz und dann durch Deutschland. Zu dem Thema "Kindheit im Nationalsozialismus" wird es im Juni zudem eine Tagung geben, bei der nicht nur die Schicksale der Verfolgten, sondern auch derjenigen, die Teil der "deutschen Volksgemeinschaft" waren, in den Blick genommen werden.

Weitere Projekte beschäftigen sich mit dem Schicksal der Sinti und Roma – 75 Jahre nach der Deportation nach Ausschwitz –, mit exemplarischen Biografien, die die ganze Bandbreite der KZ-Häftlinge in Bergen-Belsen zeigen, sowie mit dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht. "Wir werden dazu eine Website erstellen, auf der wir zeigen, was am 9., 10. und 11. November in den Kommunen in Niedersachsen passiert ist", sagt Wagner.

Ein anderes Projekt hat im vergangenen Jahr dagegen einen herben Rückschlag erlitten. "In unseren Plänen, die Kaserne zu nutzen, wurden wir durch das Scheitern der Internationalen Begegnungsstätte Bergen (IBB) zurückgeworfen", sagt Wagner. Der zweite Teil des Pakets der "qualitativ anderen Form der Betreuung bei mehrtägigen Projekten" fehle dadurch. "Wir suchen nach Alternativen und sind in Gesprächen mit der Heimvolkshochschule Hustedt und der evangelisch-lutherischen Bildungsstätte Hermannsburg", erzählt Wagner. Zudem arbeite die Gedenkstätte weiterhin eng mit dem Anne-Frank-Haus in Oldau zusammen. "Ich befürchte aber, dass wir nicht alle Gruppen unterbringen können", so Wagner. "Die IBB wäre die ideale Kombination aus räumlicher Nähe und einem urbanen Umfeld gewesen." Teil eins des Projekts, der Bezug des Blocks in der Kaserne, soll aber dennoch in diesem Jahr vollzogen werden. Der historische Ort, der sowohl als Konzentrations- und anschließend auch als Auffanglager für "displaced persons" genutzt wurde, soll 2021 für vier Millionen Euro grundlegend umgebaut werden.

Wagner kritisiert, dass der Berger Stadtrat beim Votum gegen die IBB den ideellen und politischen Gewinn "sträflich aus den Augen verloren" habe. "Lohnt es sich für die Erinnerung an die NS-Verbrechen Geld auszugeben? – Diese Frage habe ich bei der Diskussion vermisst", sagt Wagner. "Es gibt allgemein ein spürbares Ressentiment dagegen, sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus überhaupt auseinanderzusetzen."

Aufgrund des stärker gewordenen gesellschaftlichen und politischen Gegenwinds ist es für die Gedenkstätte, die im vergangenen Jahr 250.000 Menschen besuchten, umso wichtiger, neue Wege zu gehen. Unter dem Titel "Vier Kieselsteine" veröffentlichte die Stiftung erstmals kindgerechte Unterrichtsmaterialien. "Das war ein großartiger Erfolg. Wir sind jetzt mit Schulbuchverlagen im Gespräch, um ein viel größeres Publikum zu erreichen", sagt Wagner.

Eine Rose für die Damen, eine süße Überraschung für die Herren – so hat der Standortälteste Lohheide und Kommandeur des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Nord, Oberst Jörg Wiederhold, die Besucher des Adventskonzerts am Montagabend in der Niedersachsen-Kaserne begrüßt. Rund 200 Gäste folgten der Einladung, dabei waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und des öffentlichen Lebens. Auch hochrangige Offiziere aus den nahegelegenen Standorten ließen es sich nicht nehmen, dem Sprengelchor Lüneburg zu lauschen.

Christopher Menge 20.12.2017

Mitglieder des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr haben erneut zur Pflege der Gedenkstätte Bergen-Belsen beigetragen. Beim inzwischen 40. Einsatz in den vergangenen elf Jahren leisteten sie einen Beitrag zum Erhalt der Gedenkstätte und pflegten den Ort nationalsozialistischer Gräueltaten. „Die Erinnerung darf nicht enden“, sagten die Reservisten, die unter anderem aus Celle kamen.

20.12.2017

Beim "Fun Run"-Spendenlauf der Royal British Legion in Bergen-Hohne sind am Mittwochabend 360 Euro zusammengekommen. Gelaufen wurde zugunsten ehemaliger britischer Soldaten und deren Familien, die in Not geraten sind. "Das Teilnehmerfeld war etwas mager, aber die Veranstaltung trotzdem erfolgreich", resümierte Keith Orton. Das Panzerbataillon 414 und das Bundeswehrdienstleistungszentrum in der Niedersachsen-Kaserne unterstützten die Durchführung.

Christopher Menge 21.09.2017