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Lohheide "Meilenstein für Gedenkstätte"
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide "Meilenstein für Gedenkstätte"
17:18 24.10.2018
Von Christopher Menge
Vertrag besiegelt: Der Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner (vorne, links), und der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums, Olaf Lentzen, ebnen den Weg für das neue Bildungszentrum Bergen-Hohne. Quelle: Christopher Menge
Lohheide

Die Geschichte der Kriegsvorbereitungen ab 1935, die Verbrechen an der Heimatfront und zum Kriegsende im Konzentrationslager sowie das daraus resultierende Displaced Persons Camp bis 1950 – es gibt keinen Ort in Deutschland, an dem man das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte besser erzählen kann als in Lohheide. Gestern legten Bundeswehr und die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten den Grundstein für das Bildungszentrum Bergen-Hohne im historischen Gebäude MB 89 in der Niedersachsen-Kaserne. "Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der Gedenkstätte", sagte Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung.

Mit dem Vertrag, den Wagner und der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrum, Olaf Lentzen, im Beisein der neuen Abteilungsleiterin Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen im Bundesverteidigungsministerium, Barbara Wießalla, unterzeichneten, überlässt die Bundeswehr der Stiftung fünf Gebäude sowie die umliegenden Flächen auf dem Gelände der Niedersachsen-Kaserne. Während die Gebäude MB 88 und 87 sowie GB 06 und WB 23 nur von außen genutzt werden sollen, wird das Gebäude MB 89 ab 2022 grundlegend umgebaut.

Im Erdgeschoss soll eine Dauerausstellung die Geschichte der Kaserne, der Gebäude und des Truppenübungsplatzes sowie der Verbrechen bis 1945 erzählen. Im ersten Stockwerk sind Seminarräume geplant und das Obergeschoss soll zu einem Tagungszentrum für bis zu 170 Personen ausgebaut werden. Vier Millionen Euro sollen insgesamt investiert werden. Bis zum nächsten Jahrestag der Befreiung im April soll das MB 89 schon etwas hergerichtet werden.

"Auf dem Truppenübungsplatz sollte der Angriffskrieg geübt werden, daher wurden zwei riesige Kasernen aus dem Boden gestampft", sagte Wagner zur historischen Bedeutung. "1941 kamen 100.000 sowjetische Kriegsgefangene in die Heide, von denen allein 20.000 im Winter 1941/42 im Kriegsgefangenenlager Bergen-Belsen starben. Die Kommandantur saß im GW 06." 1943 sei dann das Konzentrationslager an dem Ort entstanden, wo 1935/36 die Bauarbeiter der Kaserne gewohnt hatten. "Kurz vor dem Kriegsende kamen 17.000 Gefangene aus Mittelbau-Dora nach Bergen-Belsen, die in der Kaserne untergebracht wurden", führte der Historiker aus. "Sie wurden wie das Hauptlager am 15. April 1945 befreit." Anschließend entstand das größte jüdische Displaced Persons Camp in Deutschland, in dem 12.000 Menschen lebten.

Diese Geschichte soll in Zukunft sowohl zivilen Besuchern als auch militärischen Angehörigen am historischen Ort bewusst werden. "Das ist ein wertvoller Beitrag für die historisch-politische Bildung und dafür, dass der jungen Generation die Geschichte der NS-Zeit bewusst wird", sagte Wießalla.

Lentzen sprach von einem wichtigen Punkt in seinem Berufsleben. Der Vertrag sei schon allein wegen seiner Laufzeit von 25 Jahren außergewöhnlich. "Wir haben jetzt einen weiteren Team-Player an Bord, der wirkliches Leben außerhalb der Bundeswehr-Struktur in die Kaserne bringt", sagte der Regierungsdirektor. "Vor uns liegen spannende Zeiten."

Mit einem Programm aus Lesung und Kammermusik haben Roman Knizka und das Ensemble Opus 45 dazu angeregt, sich mit Ereignissen rechter Gewalt in Deutschland seit Kriegsende auseinanderzusetzen.

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