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Lohheide Schädlinge setzen Eichen zu
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Schädlinge setzen Eichen zu
16:18 15.06.2010
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Lohheide

Es sieht aus, als ob der lange Winter bei den Eichen noch nicht zu Ende gegangen ist. Kahl stehen viele Bäume im Landkreis Celle. „Anfangs war das nur auf dem Truppenübungsplatz. Jetzt hat es sich ausgebreitet“, hat Willi Alm aus Bergen beobachtet. Besonders schlimm sei es auf der Straße von Meißendorf in Richtung Ostenholz.

Auch Fredy Lück, Revierinhaber im Becklinger Holz, ist schon von einigen besorgten Bürgern angesprochen worden. „Ich schätze, dass bei mir rund 40 Prozent der Bäume betroffen sind“, sagt Lück.

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Grund für die kahlen Äste ist eine Fraßgemeinschaft. Zu der gehören unter anderem der große Frostspanner und der Eichenwickler. „Sie sind derzeit in ganz Niederachsen aktiv“, sagt Frank Krüger, Sachgebietesleiter Waldschutz bei der Nordwestdeutsche Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen.

Durch das Kahlfressen werden die Bäume geschwächt. „Sie sind damit beschäftigt zu überleben und können deshalb keine Energie in das Längen und Dickenwachstum investieren. Das Grün der Bäume wird laut den Experten aber noch in diesem Jahr zurückkehren. Sie sprechen vom sogenannten Johannistrieb. Durch Witterungseinflüsse treiben Blattknospen, die für das nächste Frühjahr angelegt sind, schon um das Datum des Johannistages am 24. Juni aus.

„Man sieht auch, dass diese Knospen durch die Fraßgemeinschaft nicht beschädigt wurden“, sagt Revierinhaber Lück und zeigt auf die kleinen grünen Punkte an einem Ast. In dem Zweig, an dem Lück die abgefressenen Blätter und neuen Triebe zeigt, findet sich auch ein Verursacher des Problems. Die Puppe eines der Schädlinge liegt in dem Geäst.

Noch macht Lück sich keine Sorgen und auch der Experte Frank Krüger hält die Situation noch nicht für bedenklich. „Wenn es mehrere Jahre hintereinander auftritt, wird es schwierig, weil es dann die Bäume schädigt“, sagt Krüger. Dagegen helfen würde nur eine Besprühung mit Insektiziden aus der Luft. Doch das ist zum einen teuer, zum anderen schädigt es auch die Umwelt. Krüger schätzt, dass gut 20 bis 25 Prozent des Bestandes absterben würden, wenn das Problem länger anhält. Derzeit ist das aber nach Einschätzung der Celler Experten nicht der Fall.

Von Tore Harmening