Aufmärsche am Samstag : Gegner machen mobil gegen NPD-Demo in Eschede
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Eschede Gegner machen mobil gegen NPD-Demo in Eschede
Celler Land Eschede Gegner machen mobil gegen NPD-Demo in Eschede
05:00 19.12.2019
Von Carsten Richter
Gegendemonstranten dürfen auch diesmal in 150 Metern Entfernung zum früheren Hof Nahtz Präsenz zeigen.  Quelle: Archiv
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Eschede

Wilfried Manneke fühlt sich bestätigt. „Die NPD will uns nicht an ihrem Hof haben“, sagte am Mittwoch der frühere Pastor aus Unterlüß. So interpretiert er den angemeldeten Aufmarsch des NPD-Landesverbandes am Samstag. Als Mitglied des Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus sowie als Vorsitzender der „Initiative Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover wird Manneke an der Gegendemonstration teilnehmen und einer der Redner sein.

NPD-Aufmarsch als Reaktion?

Zum sogenannten Erntefest der NPD Ende September hatten das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und der Deutsche Gewerkschaftsbund zum ersten Mal die Erlaubnis bekommen, 150 Meter vom ehemaligen Hof des Landwirts Joachim Nahtz entfernt zu demonstrieren. Den angemeldeten Aufmarsch der Rechtsextremen durch den Ort fasst Manneke als Reaktion darauf auf. „150 Meter vor dem Hof stehen wir genau richtig. Wir werden keinen Schritt zurückgehen“, sagte der Vertreter der Gegendemonstranten der CZ.

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Route und Zeit der Gegendemonstrationen unverändert

Seit gestern haben Manneke und seine Mitstreiter nun auch die behördliche Erlaubnis. „Das Celler Forum hat seine Veranstaltung zuerst angemeldet und kann die Route und Versammlungen wie angezeigt durchführen“, teilte der Landkreis Celle am Nachmittag mit. Im September hatte die Versammlungsbehörde dem Celler Forum zunächst eine Absage erteilt. Erst vom Verwaltungsgericht Lüneburg bekamen die Veranstalter Recht. Das ist diesmal anders gelaufen. „Diesmal hat der Landkreis gleich zugestimmt“, sagte Manneke am Mittwoch, kurz bevor die offizielle Mitteilung der Kreisverwaltung die CZ erreichte.

Die abgeänderte Route der NPD endet an der Bundesstraße.  Quelle: Daniel Pracht

Einstündige Zwischenkundgebung am früheren Nahtz-Hof

Demnach beginnt die Veranstaltung um 14.30 Uhr vor der Kreuzung Zum Finkenberg an der Landesstraße 281 Richtung Hermannsburg. Von dort geht es zum Hof Nahtz, der im Sommer dieses Jahres an den NPD-Landesverband verkauft wurde. In unmittelbarer Nähe des Hofes wird für etwa eine Stunde eine Zwischenkundgebung stattfinden, bevor sich die Demonstranten wieder auf den Rückweg zur Kreuzung begeben. „Der Hof Nahtz darf nicht zu einem Refugium für Neonazis werden“, sagte Manneke. Er sei immer noch erstaunt, wie stillschweigend der Verkauf des Hofes abgelaufen sei.

Route der NPD endet an der Bundesstraße

Während die Gegenveranstaltungen wie angemeldet stattfinden, wird die Route der NPD leicht verkürzt. Um 12.30 Uhr und damit zwei Stunden früher starten die Rechtsextremen vom Finkenberg aus. Sie marschieren über die Landesstraße, die Bergener Straße und die Bahnhofstraße zur Bundesstraße 191. Dort wird gewendet, die Teilnehmer dürfen nicht wie ursprünglich geplant die B 191 entlang bis zur Gartenstraße laufen. „Der Verkehr auf der B 191 wird von der Kundgebung nicht beeinträchtigt“, hieß es vom Landkreis.

Auch "Die Partei Celle" demonstriert in Eschede

An der Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch wird sich unterdessen auch „Die Partei Celle“ beteiligen. Der Landkreis hat auch deren Anmeldung stattgegeben. Die Satire-Partei wird sich zeitgleich mit dem Celler Forum auf den Weg zum früheren Hof Nahtz machen.

Kirsten Lühmann als Rednerin

„Wir rühren ordentlich die Werbetrommel“, sagte Manneke, „jede Person ist wichtig“. Als weitere Redner werden die Celler SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann, die Grünen-Kreisvorsitzende Marlies Petersen und Kirsten Dieckmann vom Celler Forum vor Ort sein. Manneke rechnet mit rund 300 Teilnehmern an der Demonstration. Die NPD hatte in einer Pressemitteilung maximal 80 Teilnehmer angekündigt.

Manneke begrüßt Aktion in Glockenkolkhalle

Auch der Gemeinderat werde an der Demonstration am Nachmittag teilnehmen, sagte am Mittwoch Bürgermeister Günter Berg. Am Samstagabend ab 18 Uhr laden die Gemeinde und die Kirche zu einer eigenen Veranstaltung in die Glockenkolkhalle ein, um unter dem Motto „Unsere starke Stimme für Eschede“ ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. „Wir begrüßen die Aktion. Jede Stimme, die erhoben wird, ist wichtig“, so Manneke.

Ein Stimmungsbild aus Eschede zu den bevorstehenden Demonstrationen lesen Sie in der CZ-Ausgabe am Freitag.

Die NPD wird am Samstag durch Eschede marschieren. Der Landkreis hat mit den Neonazis aber eine Vereinbarung getroffen: Ihre Route wird verkürzt.

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