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Eschede Biogasanlagen sollen effektiver werden
Celler Land Eschede Biogasanlagen sollen effektiver werden
15:02 13.06.2010
Übergabe des Förderbescheids vor dem Escheder Rathaus mit (von links) Henning Gottschalk und Jörg Scheibe vom Fachverband Biogas, die Landwirte Karl-Heinz Kuhls aus Spechtshorn und Henning Meine aus Lachtehausen, Wilfried Nienberg aus dem Escheder Rathaus und Steffen Breyer vom Amt für Landentwicklung beim GLL Verden; am Steuer des Fahrzeugs sitzt Landwirt Friedrich-Wilhelm Trumann aus Höfer. Quelle: nicht zugewiesen
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Eschede

Mit einem windschnittigen knallgelben Tretmobil fuhr Friedrich-Wilhelm Trumann vor dem Escheder Rathaus vor. Das dreirädrige Fahrzeug startete in Freising bei München und soll am Donnerstag in Berlin eintreffen. Unterwegs informiert der Fachverband Biogas über die Chancen der erneuerbaren Energie und warnt vor möglichen Veränderungen der Erneuerbare-Energien-Gesetzes nach der anstehenden Bundestagswahl.

Trumann war am Escheder Ortsrand in das schmale Fahrzeug geklettert und hatte den letzten Kilometer bis zum Rathaus mit Muskelkraft zurückgelegt. Der Landwirt aus Höfer ist einer von elf Betrieben mit einer Biogas-Anlage in der Leader-Region Lachte-Lutter-Lüß, in der sich die Gemeinde Unterlüß, die Samtgemeinden Eschede und Lachendorf und die Ortsteile Garßen, Altenhagen und Groß Hehlen der Stadt Celle zusammengeschlossen haben. Von den elf Biogas-Anlagen beteiligen sich neun zusammen mit dem Escheder Rathaus an einer Machbarkeitsstudie, die darstellen soll, wie die lokalen Energieanbieter elf Gebäude, neben dem Escheder Rathaus die Schulen und Sporthallen, den Kindergarten, die Musenmöhl und die Flohrmühle mit Heizenergie versorgen können.

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Bis Ende des Jahres soll das Fraunhofer Institut, Umwelt-, Sicherheits-, Energietechnik (Umsicht) die Studie erarbeiten und Ergebnisse vorlegen. Denkbar ist, das von einer oder mehreren Biogasanlagen eine Gasleitung ins Escheder Zentrum gelegt wird und hier ein Blockheizkraftwerk Strom und Wärme produziert. Ziel ist auf jeden Fall, den beteiligten Landwirten aufzuzeigen, wie sie die in ihren Anlagen anfallende Abwärme besser nutzen und so ihren Wirkungsgrad verbessern können und der Kommune darzustellen, wie sie auch mit regionalen Energien ihren enormen Energiebedarf decken kann. Im Jahr 2008 lag der Jahresverbrauch in den elf Gebäuden bei Strom bei 178756 Kilowattstunden und bei Gas bei 778065 Kilowattstunden.

„Wir bekommen auf jeden Fall eine Grundlage, damit wir weiter entscheiden können, sagte Wilfried Nieberg, der als Vertreter von Samtgemeidnebürgermeister Günter Berg den Bewilligungsbescheid von Steffen Breyer, Leiter des Amtes für Landentwicklung in Verden entgegennahm. 20000 Euro stellt das Land für die Studie zur Verfügung, insgesamt kostet sie 27846 Euro.

Von Joachim Gries