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Eschede Von der Blume zum Nahrungsmittel
Celler Land Eschede Von der Blume zum Nahrungsmittel
14:00 14.04.2019
Von Jürgen Poestges
Bei Hendrik Niemann in Kragen werden derzeit die Kartoffeln gepflanzt. Quelle: David Borghoff
Eschede

Hendrik Niemann hat zur Zeit viel zu tun. Der Landwirt aus Kragen pflanzt derzeit Kartoffeln auf seinen Feldern. Dabei spielt es keine Rolle, dass es wieder kälter wird im Landkreis. „Das ist der Kartoffel im Moment noch egal. Solange es so kalt ist, passiert nichts mit der Knolle, wenn sie im Boden liegt“, sagt Niemann.

Blick für Bedeutung der Pflanzen schärfen

Am Samstag war der internationale Ehrentag der Pflanze. In den USA ins Leben gerufen, soll er den Blick für die Bedeutung von Pflanzen schärfen. Und welche Pflanze könnte an solch einem Tag besser geehrt werden als die Kartoffelpflanze? Ihre Blüten sind besonders hübsch anzusehen und ihr Laub zeigt den Reifegrad der Kartoffeln an und man kann die Knolle essen.

Landwirt Hendrik Niemann bei der Kartoffelaussaat. Quelle: David Borghoff

Zehn Prozent der Ackerfläche für Kartoffeln

Im Landkreis Celle sind rund zehn Prozent der Ackerfläche für Kartoffeln vorgesehen, das sind 4336 Hektar. Den größten Raum nimmt Getreide ein (15.345 Hektar), es folgt Mais (13.794), dann die Kartoffel. Die Gesamt-Ackerfläche beträgt 41.029 Hektar.

Trend geht zu Chips und Pommes

„Allerdings geht der Trend immer mehr zu Fertigprodukten. Die Leute kaufen Chips und Pommes, Frisch-Kartoffeln immer weniger“, weiß Niemann. Das bedeutet, dass der Anbau von Speisekartoffeln wie Belena, Milva oder Cilena zurückgeht. Verarbeitungskartoffeln wie Agria, Rumba, Verdi oder Eldena werden mehr angebaut. Dazu komme, dass die Stärkekartoffelfabrik in Wietzendorf auch aus dem Landkreis Celle beliefert werde. Hier sind die Sorten Kuras, Euroflora und Eurogrande besonders gefragt. Insgesamt gibt es rund 130 Kartoffel-Sorten.

Im Landkreis Celle sind rund zehn Prozent der Ackerfläche für Kartoffeln vorgesehen, das sind 4336 Hektar. Quelle: David Borghoff

Jetzt im April ist Hauptplanzeit für die Knolle. „Die Frühkartoffeln werden schon im Februar oder März in die Erde gebracht. Da sieht man vor allen Dingen im Raum Bröckel die abgedeckten Felder.“ Während die Frühkartoffel im Juni oder August geerntet wird, dauert es bei den Früchten von Niemann bis September.

Von der Zierpflanze zum Nahrungsmittel

Die Kartoffel hat sich in Europa im 16. Jahrhundert von der Zierpflanze zum Nahrungsmittel entwickelt. Spanische Seefahrer brachten die Pflanze aus Südamerika nach Europa. Hier wurde sie anfangs von Fürsten aufgrund ihrer schönen Blüten als Zierpflanze in ihren Gärten kultiviert. Dass die unterirdisch wachsenden Knollen der Pflanze essbar sind, war unbekannt. Wer von den oberirdischen, kirschgroßen Früchten der Kartoffelpflanze kostete, litt unter Bauchschmerzen.

Die Kartoffel hat sich in Europa im 16. Jahrhundert von der Zierpflanze zum Nahrungsmittel entwickelt. Quelle: David Borghoff

"Kartoffelbefehle" von Friedrich dem Großen

In Europa verhalf der Kartoffel erst der preußische König Friedrich der Große zum Durchbruch. Er erließ im 18. Jahrhundert die sogenannten „Kartoffelbefehle“, um den Hungersnöten seiner Bevölkerung zu begegnen. Darin befahl er den Bauern per Gesetz, Kartoffeln anzubauen.

Kartoffelkraut zeigt Reifegrad

Am Kartoffelkraut, dem oberirdischen Teil der Pflanze, erkennen die Landwirte sowohl den Reifegrad als auch die Gesundheit der Knolle. Ist beispielsweise das Kraut abgestorben, sind mittelfrühe und späte Kartoffelsorten bald erntereif. Anders ist es bei der Frühkartoffel. Hier kann geerntet werden, wenn das Kraut noch grün ist, frühestens nach 60 Tagen. Eingerollte Blätter oder von den Blatträndern ausgehende braune Flecken deuten auf Krankheiten hin.

Inkas entdeckten Kartoffelanbau

Die Inkas entdeckten im 13. Jahrhundert den Anbau der Kartoffel. Bei ihnen war die Knolle wichtig, da in den Höhenlagen von über 4500 Metern der südamerikanischen Anden kein Getreide angebaut werden konnte.

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