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Eschede CZ-Wetterexperte: Winter bis in den Februar
Celler Land Eschede CZ-Wetterexperte: Winter bis in den Februar
13:22 13.06.2010
Adelheid Trampenau räumt auf der Habighorster Höhe rund um ihr Grundstück die Straße frei. Quelle: Joachim Gries
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Habighorst

CZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski prognostiziert, dass der strenge Winter sicher noch den gesamten Januar und mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch noch bis in den Februar hinein anhalten wird. In Celles Nachbarlandkreisen Gifhorn und Uelzen ist gestern die Schule ausgefallen. „Niederschlag lässt sich nur sehr schwer lokal vorhersagen“, sagt der Meteorologe dazu. In Celle waren es seit einer Woche nur wenige Zentimeter, die zu der Schneehöhe von rund 20 Zentimetern hinzugekommen sind. Ihm liegen aber Meldungen von Schneehöhen jenseits der 50-Zentimeter-Marke aus dem platten Lande vor, sagte Zakrzewski.

„Ich bin hier immer am Schaufeln“, sagt Adelheid Trampenau auf der Habighorster Höhe. Ihr Grundstück grenzt an drei Straßen. Einen befestigten Gehweg gibt es hier nicht, also schaufelt Trampenau auf der Fahrbahn neben der Gosse auch für die Fußgänger einen ordentlichen Weg. 1978 wird es zum letzten Mal so viel Schnee gegeben haben, meint die 82-Jährige, und legt mit dem blauen Schneeschieber eine kurze Pause ein.

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Die Gemeinde mache hier nichts, die Straße werde nicht geräumt, stellt ihr Nachbar Bernhard Kuhn fest. Am Sonntag habe er der alten Dame mit Torben und Sören Helmecke aus dem Nachbarhaus bei Schneeschippen geholfen. Kuhn kann nicht verstehen, dass an einigen Stellen nichts gegen die über 20 Zentimeter Schnee auf dem Geh-Radweg entlang der Hauptstraße unternommen wird.

Für die Radfahrer werde im Rahmen des Winterdienstes gar nichts getan, stellt Axel de Vere Peratoner aus Celle-Wietzenbruch fest. Während die Gehwege von Anwohnern geräumt würden, komme der Winterdienst der Stadt Celle seiner Aufgabe, die Radwege vom Schnee zu befreien, nicht nach. Wenn es kein Salz mehr gäbe, könne der Schnee wenigstens weggeräumt werden. Fahrradfahrer müssten verbotenerweise die Straßenfahrbahn benutzen und würden sich hier der Lebensgefahr aussetzen. Peratoner schlägt in einem Brief an Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende vor, dass die Bediensteten der Stadt einen besonderen Führerschein „Winterdienst/

Schneebeseitigung“ in Bayern, Baden-Württemberg oder im Harz machen.

„Die Verspätungen halten sich im Rahmen“, sagte Pressesprecherin Tatjana Festerling von der Eisenbahngesellschaft Metronom in Uelzen. Gestern früh hätten sich einige Züge zwischen 10 und 30 Minuten verzögert. Ein besonderes Problem bildet der feine Flugschnee, der sich an neuralgischen Stellen zwischen den Waggons und besonders an den motorgetriebenen Klapptritten festsetze und vereise. Schlimmstenfalls lasse sich die Tür nicht mehr schließen. Lasse sich die Störung nicht beseitigen, müsse die Tür verriegelt und die Fahrgäste an andere Türen verwiesen werden.

Straßenmeisterei Celle: Das Salz müsste reichen

„Wir haben mit dem Salz gehaushaltet und weniger gestreut“, sagt Matthias Reinecke von der Landesstraßenmeisterei Celle. Bis zur nächsten Salzlieferung am Mittwoch werde er über die Runden kommen. Allerdings kann Reinecke nicht ausschließen, dass sein „Celler“ Salz auf den Autobahnen landet. „Die haben höchste höchste Priorität.“ Bei den Radwegen haben Schulwege Priorität. „Da sieht es gar nicht so schlecht aus“, sagt Holger Gralher von der Kreisstraßenmeisterei. Am Wochenende seien zwei Fahrzeuge nur auf den Radwegen im Einsatz gewesen.

Witterung beeinträchtigt Rettungsdienst kaum

Bei Rettungsdiensteinsätzen am Wochenende haben die Fahrzeuge gelegentlich zwei bis drei Minuten mehr für die Anfahrt gebraucht, gleichwohl waren sie nach Angaben von Landkreis-Ordnungsamtsleiter Eckhard Ferg im Zeitlimit. Während Hauptstrecken gut geräumt seien, gäbe es in Nebenstraßen noch Probleme mit Schnee. In der vergangenen Woche hatten sich in Thören und Altenhagen zwei Rettungswagen festgefahren, waren aber mit Hilfe der Feuerwehr schnell wieder flott gemacht worden. „Die Leute haben sich auf die Witterung eingestellt“, sagt Ferg.

Von Joachim Gries