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Eschede „Viele Insekten sind unsympathisch“
Celler Land Eschede „Viele Insekten sind unsympathisch“
07:51 16.02.2019
Haben oft genug ein Imageproblem: Insekten wie der Kartoffelkäfer sind nicht besonders beliebt. Quelle: Rolf Jantz
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Eschede

„In meinem Blumenbeet wächst Kohl“, beschwerte sich Christian Brandes' Mutter im vergangenen Jahr bei ihrem Sohn. Der Grünen-Kommunalpolitiker aus Lachendorf hatte ihr eine insektenfreundliche Blühmischung gegeben, ihr eine wichtige Zusatzinformation jedoch vorenthalten. „Es handelt sich um einen unkonventionellen Mix“, erläutert er am Donnerstagabend anlässlich eines Treffens des Grünen-Ortsverbandes Eschede/Lachendorf in „Stöckmanns Gaststube“ in Eschede, wo er für die Saison 2019 wiederum kleine Tütchen verteilt. Brandes ist einer der insgesamt 20 Diskussionsteilnehmer zum Thema „Insektenschutz“, in das der Garten- und Landschaftsbauer Stefan Meißner mit einem kurzen Impulsreferat einführt.

Totholz liegen lassen

„Wir müssen die kleinen Lebewesen als gesamte Gruppe sehen. Es gibt eine Menge Spezialisten darunter, die eine bestimmte Pflanze benötigen zum Überleben“, erklärt der Lachendorfer Unternehmer. Und dieses kann durchaus auch Kohl sein. Meißner kennt wie sein Kollege Norbert Echterhoff die Erwartungen von Gartenbesitzern: „Man will etwas tun für die Umwelt, aber es muss schön sein, das ganze Jahr über soll es farbig sein“, merkt der Habighorster an. Doch dieses entspricht ebenso wenig der Natur wie die häufig anzutreffende Fokussierung auf Bienen, Schmetterlinge, Marienkäfer und Libellen. „Die mögen wir alle, sie schaffen sofortigen Zugang. Aber Insekten sind in erster Linie unsympathisch“, sagt Meißner im Hinblick auf Kartoffelkäfer, Schnecken, Wanzen und Co. in ihrer Funktion als Aas- und Kotfresser sowie Pflanzenvernichter und damit wichtiger Bestandteil des Ökosystems. „Wer etwas tun will im eigenen Garten, muss Ungepflegtheit ertragen, Totholz liegen lassen, ein toter Baum beherbergt mehr Insekten als ein lebender“, erläutert Meißner und unterstreicht damit den Tenor einer von hohem Kenntnisstand geprägten Veranstaltung, der sich mit einer Aussage des Abends beschreiben lässt: „Verzicht ist nichts, was wir gerne tun.“

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Von Anke Schlicht

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