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Eschede Ermittler im Brandschutt in Eschede auf Spurensuche
Celler Land Eschede Ermittler im Brandschutt in Eschede auf Spurensuche
17:03 19.07.2016
Eschede

Unterdessen hatte bereits am Montagabend ein Abbruchunternehmen aus Dessau begonnen, an der nordwestlichen Ecke des Gebäude eine Bergungsgasse in die Halle zu bahnen. Durch sie sollten ausgebrannte Fahrzeuge wie Gabelstapler aus der Halle gezogen werden. Der Brandort ist nur noch teilbeschlagnahmt, sagte Polizeisprecher Thorsten Wallheinke am Dienstagmorgen.

Nach seinen Worten gehen seine Kollegen bei den akribischen Ermittlungen nach dem Ausschlussprinzip vor. So scheide aus der Palette denkbarer Auslöser von technischen Ursachen bis Brandlegung etwa Blitzschlag als Auslöser des Feuers in Eschede aus. Die Untersuchungsergebnisse der Polizei seien immer vorläufig, träfen allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit zu. Sie müssten durch Gutachten untermauert werden.

"Da blutet das Herz", sagte gestern Geschäftsführer Markus Suding mit Blick auf den Bagger, der wenige Meter vom Bürogebäude der Firma entfernt Teile der Halle beiseite räumte. Mit der hydraulischen Schere am Ende des Baggerarms wurden Dachplatten aus Blech gelöst und fielen scheppernd zu Boden. Wie Butter trennte die Schrottschere die massiven Stahlträger des Tragwerks. Donnernd krachen sie auf den Hallenboden. Überall liegt schwarz verkohlter Brandschutt. Vier große Container stehen an der langen Hallenwand zum Abtransport des Schrotts bereit.

Nach Sudings Angaben sollen in den kommenden 14 Tagen die vor dem Brand produzierten Betonteile vom Lagergelände unter freiem Himmel hinter der Halle verschwinden und an die Kunden ausgeliefert werden. Danach würden die Lkw-Fahrer in den anderen drei Suding-Werken die Kollegen unterstützen. Auch soll der Produktionsausfall des Escheder Werkes von den anderen Standorten aufgefangen werden. "Wir haben Alternativ-Produkte", sagt Suding. Eine provisorische Produktion in Eschede werde es nicht geben.

Drei der 14 Mitarbeiter aus der Fabrikation sind nach den Worten des Geschäftsführers entlassen. Die anderen würden in der kommenden Zeit bei Aufräum- sowie Säuberungsarbeiten eingesetzt.

Eine neue Mischanlage ist laut Suding bestellt. Nach seinen Angaben ist mit der Versicherung alles geregelt. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass Anfang 2017 die Produktion in Eschede wieder läuft. 1999 hatte Suding das Werk von der Celler Straße in das Gewerbegebiet am Höhenbergweg verlegt.

Von Joachim Gries