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Eschede Eschede baut auf gemeinsame Oberschule
Celler Land Eschede Eschede baut auf gemeinsame Oberschule
16:46 12.07.2011
Die Haupt-und Realschule Eschede soll ab Schuljahr 2012/13 - Teil einer gemeinsamen Oberschule mit Lachendorf werden. Quelle: Joachim Gries
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Eschede

Die Schulen sollen im Dorf bleiben, das ist eindeutiger Wunsch der Escheder Kommunalpolitiker an die Entscheider im Celler Kreistag. Allerdings sind sich die Escheder darüber im Klaren, dass die für den Ort gewünschte Oberschule nicht ohne Partnerschule auskommen wird. Und die muss nach Auffassung des Escheder Samtgemeinderates in Lachendorf stehen.

Wolf Krämer-Mandeau als Verfasser des vom Landkreis in Auftrag gegebenen Schulgutachtens hatte als ursprüngliche Variante vorgeschlagen, dass die Grundschulen in Faßberg (zweizügig), Unterlüß (einzügig) und Eschede (zweizügig) die Schüler für eine zweizügige Sekundarschule – und zwar eine Oberschule – an zwei Standorten „liefern“ könnten. Ein Standort würde die Schüler in den Klassen 5 bis 7 unterrichten, der andere die Klassen 8 bis 10. „Aufgrund der Entfernung zwischen Eschede und Faßberg könnte sich eine gemeinsame Oberschule gegebenenfalls als nicht tragfähig erweisen. Die Schüler aus Eschede könnten dann nach Lachendorf und die aus Faßberg und Unterlüß gegebenenfalls Hermannsburg und Bergen zugeordnet werden ...“, schreibt Krämer-Mandeau.

„Aus Escheder Sicht scheidet eine Zusammenarbeit mit Faßberg, wie vom Gutachter angedacht, wegen der großen räumlichen Distanz aus“, lautet denn auch die Stellungnahme der Escheder Verwaltung zum Votum des Samtgemeinderates. Aufgrund der langjährigen Schulverbindungen zwischen Eschede und Lachendorf soll nach dem Willen des politischen Gremiums auch in Zukunft eine schulische Allianz zwischen den beiden Samtgemeinden erfolgen. Die gemeinsame Oberschule soll an beiden Standorten vertreten

sein.

„Wir wollen nicht Außenstelle werden“, stellt Eschedes Samtgemeindebürgermeister Günter Berg klar. Eschede solle so lange wie möglich gleichberechtigter Schulstandort sein. „Ob uns das gelingt – keine Ahnung“, schränkt der Verwaltungschef vorsichtig ein. Denkbar ist, dass bei weiter sinkenden Schülerzahlen nur noch die beiden ersten Klassen der Oberschule in Eschede unterrichtet werden und die Schüler dann nach Lachendorf wechseln. Damit wäre ein Realschulabschluss, der seit der Schulstrukturreform 2005 in Eschede möglich ist, bereits nach wenigen Jahren wieder Geschichte.

Meike Kerker, Leiterin der Haupt- und Realschule, hat Eschede zu den Sommerferien verlassen und wechselt an die Realschule Burgstraße in

Celle. Einen neuen Schulleiter wird es nicht geben: Kommissarisch soll der bisherige Stellvertreter Albert Beckermann das Amt besetzen.

„Wir müssen sehen, dass wir den Standort mit seinen Vorteilen, die wir erarbeitet haben, halten“, sagt Berg. Dazu zählen etwa die vor einem Jahr in Betrieb gegangenen Mensa, das Ganztagsangebot oder die Schulbücherei.

Die Grundschule wird zweizügig in Eschede bleiben. Das sieht Kärmer-Mandeau, das ist auch nach Bergs Worten unumstritten. Die Vernetzung Kindergarten und Grundschule klappe wunderbar.

Von Joachim Gries