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Eschede 650 Teilnehmer machen in Eschede mobil gegen NPD
Celler Land Eschede 650 Teilnehmer machen in Eschede mobil gegen NPD
17:53 21.12.2019
Klare Sprache: Die Escheder haben ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt.  Quelle: Maren Schulze
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Eschede

Die Neonazis hatten keine Chance, zu groß war die Zahl der Gegendemonstranten: Nach Angaben von Polizeisprecher Manuel Rauschenberg sind am Samstag rund 650 Menschen friedlich gegen den NPD-Aufmarsch in Eschede auf die Straße gegangen. Damit lag die Zahl der Teilnehmer an der vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus, dem Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und dem Deutschen Gewerkschaftsbund organisierten Veranstaltung deutlich über dem, was erwartet worden war. Die rechtsextreme NPD war wie erwartet mit zehn Teilnehmern vom ehemaligen Hof Nahtz am Finkenberg aus losgezogen, allerdings von den Gegendemonstranten aufgehalten worden.

Demonstranten stellten sich NPD in den Weg

Mittels detaillierter Ablaufpläne hatten die Behörden im Vorfeld der verschiedenen Kundgebungen versucht, die NPD-Demo und diverse Gegendemonstrationen in geordnete Bahnen zu lenken und so auseinander zu halten. Dieser Plan ging nicht auf. Vereitelt wurde er von Demonstranten, die sich spontan den NPD-Leuten in den Weg stellten und verhinderten, dass sie vom Feldweg, der zum Hof Nahtz führt, auf die Straße Richtung Eschede einbiegen konnten. Am Schweinestall war Schluss für die zehn NDP-Demonstranten, die von einer friedlichen Menge aufgehalten wurden, die schnell auf 500 Menschen anwuchs.

Rund 650 Teilnehmer haben in Eschede friedlich gegen Rechtsextremismus demonstriert. 

Polizei hält beide Parteien auseinander

Die Polizei hielt die beiden Parteien auseinander. Zwischen den Fronten sorgte ein Mann für Aufsehen, der einen Kackhaufen-Emoji-Hut trug. Nein, es war nicht etwa der Anführer des braunen Trupps. Ganz im Gegenteil: Volker Jebok aus Sandlingen hatte sich den Ekel-Hut aufgesetzt, um folgendes auszudrücken: "Lieber Kacke auf dem Kopf als im Kopf." Wenn es irgendwie geht, demonstriert er für Meinungsfreiheit und gegen Rechts.

Zufrieden mit hoher Teilnehmerzahl

"Ein schönes Zeichen", sagt Jens Buchholz, Vorsitzender des Escheder Gemeinderates, zur großen Teilnehmerzahl. "Das ist das Stimmungsbild, das wir haben wollen." Die Nächstenliebe verlange, dass wir Stellung beziehen, so Wilfried Manneke vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus. "Die Neonazis treten die Grundrechte mit Füßen", sagte Manneke.

Teilnehmer aus dem Landkreis und darüber hinaus

"Lieber dreckige Schuhe als eine dreckige Gesinnung", brachte es ein Teilnehmer aus Beedenbostel auf den Punkt, als er zusammen mit den anderen Demonstranten den teils aufgeweichten Feldweg zum NPD-Gelände entlanglief. Aus verschiedenen Orten aus dem ganzen Landkreis Celle und darüber hinaus waren junge und ältere Menschen gekommen, um ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Polizei spricht von friedlichem Verlauf

Am früheren Hof Nahtz angekommen, fand in rund 150 Metern Entfernung noch eine rund einstündige Zwischenkundgebung statt, bevor die Demonstranten den Rückweg antraten. Polizeisprecher Rauschenberg spricht als vorläufiges Fazit von einem "unproblamtischen Verlauf", es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben.

Von Michael Ende und Carsten Richter

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