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Eschede Gestrandet in Eschede: Sommerhitze bringt Zirkus in Geldnot
Celler Land Eschede Gestrandet in Eschede: Sommerhitze bringt Zirkus in Geldnot
17:51 13.08.2018
Aufgrund der Hitze sitzt der Circus May in Eschede fest: Tamara Laumburger und Sohn Karl-Ludwig (rechts) harren mit der Familie seit mehreren Wochen auf dem Festplatz aus. Quelle: Stella-Sophie Wojtczak
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Eschede

Die drei geplanten Vorstellungen Mitte Juni waren kaum besucht, so konnten nicht einmal die Kosten gedeckt werden. „Bei der Hitze kommt keiner zu uns“, erzählt Tamara Lauenburger vom Zirkus, „bei der Wärme gehen die Leute lieber schwimmen, statt in einem Zelt zu sitzen.“

Lauenburger, ihr Mann Nino Frank und die fünf Kinder sind die Gesichter hinter dem Zirkus May. Durch die Hitze und die damit einhergehenden schlechten Besucherzahlen wird das Geld knapp, das Weiterziehen ist so nicht möglich. „Wir drehen jeden Cent, den wir haben, zehnmal um, nicht, wie man sagt, nur einmal“, so Lauenburger. „Das ist ein Existenzkampf.“

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Dabei müssen auch die Zirkustiere versorgt werden. Pferde, Kamele, Lamas, Rinder und mehr, die insgesamt 50 Tiere kosten viel Geld. „Pro Tag brauchen wir einen Rundballen Heu, der kostet so 65 Euro“, nennt Lauenburger einen Teil der Kosten. Dazu kommen Kraftfutter, Gemüse, Brot und Wasser. „Bauern und Einwohner hier vor Ort haben uns schon Futter gespendet.“ Sie und ihre Familie sind dankbar für jede Hilfe. „Es ist auch was ganz Besonderes, dass wir hier so lange stehen dürfen, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Nino Frank und bedankt sich bei der Gemeinde Eschede.

Geplant war der wochenlange Aufenthalt in Eschede nicht. Nach den geplanten Vorstellungen sollte die Tour weitergehen. Die Hitze und die schlechten Besucherzahlen machten das aber zunichte. Ein Weiterziehen ist wegen der Hitze kaum möglich. Tagsüber wäre die Anstrengung für die Tiere viel zu groß, bei Temperaturen von mehr als 30 Grad können sie nicht transportiert werden. „Wenn überhaupt, ist das nur nachts möglich, dann muss es schnell gehen“, erklärt Frank. Die Tiere sollen nämlich nicht im Transporter übernachten. Am neuen Standort werden ihre Unterstände deshalb direkt aufgebaut, damit sie an die frische Luft kommen.

„Die Tiere sind unsere Familie“, sagt Frank. Er bürstet und bewegt sie täglich. „Zum Glück stehen sie hier auch unter Bäumen im Schatten, sonst wäre es viel zu warm“, erklärt er. Tagsüber kommen auch Besucher vorbei, um die Tiere anzuschauen. Frank ist sehr froh, dass der Zirkus auf viel Verständnis bei den Eschedern stößt, „jeder, der gucken möchte darf gern kommen“.

Noch bis Ende des Monats bleibt der Zirkus May in Eschede, dann möchte er weiterreisen. Bis zum November ist er dann noch auf Tour in Norddeutschland. Danach geht es für die Zirkusfamilie mit ihren Tieren auf das Gut Basthorst in Schleswig-Holstein. Hier spielen sie den Weihnachtszirkus für Enno Freiherr von Ruffin, dem Ex-Mann von Vicky Leandros.

Von Stella-Sophie Wojtczak

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