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Eschede Neues Buch zu Luftmunitionsanstalt in Höfer
Celler Land Eschede Neues Buch zu Luftmunitionsanstalt in Höfer
12:57 26.01.2019
Von Carsten Richter
Was im Zweiten Weltkrieg in den Bunkern an der Habighorster Höhe passierte, hat Heimatforscher Hendrik Altmann aufgearbeitet.  Quelle: Hendrik Altmann
Höfer

Hinter Hendrik Altmann liegt eine erkenntnis- und arbeitsreiche Zeit. Im Sommer 2016 hat er mit der Recherche begonnen. Der Hobby-Historiker wollte mehr wissen zu den Kriegsproduktionsstätten bei Höfer und Habighorst. Nun kann er konkrete Ergebnisse vorweisen. Der 31-Jährige hat ein Buch veröffentlicht, das er demnächst im Rahmen eines Vortrags vorstellt.

Wenige Zeitzeugen – schwierige Quellenlage

Für seine Publikation „Die Luftmunitionsanstalt 4/XI und die Untertageverlagerung Löwe“ hat der Celler Heimatforscher in verschiedenen Archiven in ganz Deutschland nach Quellen gesucht, historische Luftaufnahmen und Karten ausgewertet und mit Zeitzeugen gesprochen. „An Quellen heranzukommen, war schwierig“, berichtet Altmann im CZ-Gespräch. „Nicht viele Zeitzeugen haben das damalige Geschehen vollumfänglich mitbekommen, da die Abläufe strenger Geheimhaltung unterlagen.“

Logistikzentrum in der Südheide

Fasziniert hat ihn das Thema, weil vor Ort noch relativ viel zu sehen ist. Gebäude und Bunkerreste erinnern nach wie vor an die frühere Luftmunitionsanstalt. In der Lager- und Produktionsstätte der Luftwaffe haben im Zweiten Weltkrieg unter anderem Kriegsgefangene und Dienstverpflichtete gearbeitet. Viele Bunker und Wohnbaracken wurden bereits Mitte der 1930er Jahre erbaut. Die Anstalt war eine Art Logistikzentrum, von wo aus Operationen auf Kreta und in Nordafrika sowie Ausrüstungs- und Munitionskontingente abgewickelt wurden. Nach dem Ende des Krieges wurden die Einrichtungen gesprengt, die britischen Truppen verwendeten sie zur Vernichtung von Kampfmitteln.

Für Blog-Beitrag zu umfangreich

Die unterirdische Rüstungsproduktion unter dem Decknamen „Löwe“ war zunächst ein Geheimprojekt. In den Stollen des früheren Kalischachtes „Fallersleben“ bei der Habighorster Höhe fertigte die Firma Schelter & Giesecke Flugzeugteile für den Bremer Flugzeugbauer Focke-Wulff. Ebenso wurden zum Schutz vor Luftangriffen in den Stollen Kulturgüter und Archivmaterial eingelagert. „Im Rahmen zahlreicher Ortsbegehungen konnte das Gesamtbild der einstigen Rüstungsanlagen sowie der heute noch auffindbaren Relikte vervollständigt werden“, schreibt Altmann in seinem Internet-Blog „Found Places“. Dort hält der Wirtschaftsjurist in seiner Freizeit historische Ereignisse in der Region fest. „Für einen Blog-Beitrag ist dieses Thema aber zu umfangreich“, erzählt der Heimatforscher der CZ.

Erdwälle schon in der Kindheit aufgefallen

Altmann ist in Schwachhausen aufgewachsen. Wie er im Vorwort zu seinem Buch schreibt, fuhr er als Kind mit seinen Großeltern aus Lachendorf gelegentlich zur Entsorgungsanlage nach Höfer, um Gartenabfälle abzuliefern. Als Beifahrer im Auto fielen ihm bereits damals die Erdwälle entlang der Straße auf – das kam ihm eigenartig vor. „Als ich später anfing, mich für Heimatforschung im Raum Celle zu begeistern, durfte ich mich in dieser Angelegenheit bestätigt sehen, da die Erdwälle tatsächlich nicht natürlichen Ursprungs waren“, so Altmann. Er begann zu recherchieren – nun ist daraus ein Buch entstanden.

Hendrik Altmann stellt sein Buch am Donnerstag, 21. Februar, um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Post“ in Scharnhorst vor. Der Vortrag ist kostenlos. Das Buch umfasst 200 Seiten, ist im Eigenverlag erschienen und kostet 22,50 Euro. Erhältlich ist es per E-Mail an
found-places@live.de.

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