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Eschede Heidschnucken trainieren gegen den Wolf
Celler Land Eschede Heidschnucken trainieren gegen den Wolf
05:49 01.04.2019
Von Christian Link
Ludger Benien trainiert seine Böcke, damit sie sich gegen Wölfe behaupten können. Manchmal bekommen die Tiere dabei auch ein paar Schrammen ab. Quelle: Christian Link
Habighorst

Elektrozäune und Herdenschutzhunde sollen die Heidschnucken in der Lüneburger Heide vor Wolfsangriffen schützen. Doch die Sicherheit der Tiere kostet die Halter viel Geld – und diese Schritte sind nicht immer erfolgreich. „In Habighorst werden deswegen völlig neue Wege beim Wolfsschutz für Schafe beschritten", sagt Züchter Ludger Benien. Seine weißen gehörnten Heidschnucken sollen sich künftig selbst gegen Raubtiere verteidigen.

Böcke legen sich schon mit Hunden an

Beniens Weide auf der Habighorster Höhe ist mittlerweile zu einem regelrechten Trainingslager für Heidschnucken geworden. Fünf ausgewachsene Zuchtböcke entdecken auf der anderthalb Fußballfelder großen Fläche ihren natürlichen Verteidigungswillen. "Die alten Böcke haben schon heute keine Angst mehr und verteidigen ihre Herde bereits gegen mittelgroße Hunde", sagt Benien. Sobald die Landschafe einen Terrier, Spaniel oder Dackel in der Nähe ihres Zauns sehen, kommen sie in geschlossener Formation angetrabt, um den mutmaßlichen Fressfeind zu vertreiben. Vor größeren Tieren zeigen sie allerdings noch Respekt.

Die Idee für das durch EU-Mittel geförderte Projekt stammt aus dem Emsland, wo laut Umweltministerium bereits erste Wolfsattacken erfolgreich von den Böcken selbst abgewehrt werden konnten. Im Landkreis Gifhorn musste sogar ein männlicher Wolf eingeschläfert werden, nachdem er von einigen Heidschnucken schwer verwundet wurde.

Dass seine ausgewachsenen Zuchtböcke die Angst vor dem Wolf vollständig ablegen werden, glaubt Benien allerdings nicht. Er setzt deswegen auf den Nachwuchs und künftige Generationen. "Durch gezielte Zucht könnte es gelingen, dass diese vom Aussterben bedrohte alte Hausschafrasse zu neuer Blüte kommt", sagt Benien. Von den weißen Heidschnucken gibt es keine 1000 Stück mehr.

Lämmer sind bald bereit für Stresstest

Erste Zuchterfolge seien bereits vorzeigbar. "Die diesjährigen Lämmer nehmen es schon mit einem kleinen Jagdhund auf und schlagen ihn in die Flucht", berichtet der gebürtige Westfale. Im Sommer sollen diese Lämmer ihre Kampfbereitschaft gegen einen extra dafür ausgebildeten Wolfshund beweisen. Benien: "Wenn dieser Test erfolgreich verläuft, dann ist es auch bei uns bis zur Vertreibung eines Wolfes im Angriffsfall nicht mehr weit."

Nur ein Aprilscherz

Dieser Bericht über die Heidschnucken aus Habighorst, die zur Selbstverteidigung gegen den Wolf ausgebildet werden, ist nur ein Aprilscherz. Tatsächlich sind die weißen großen Heidschnucken von Hobbyzüchter Ludger Benien für Raubtiere eine leichte Beute und müssen auch zukünftig durch einen Elektrozaun geschützt werden. Vor fünf Jahren hat Benien mit der Heidschnuckenzucht angefangen, seitdem gab es glücklicherweise noch keinen Wolfsangriff auf seine Herde.

Im Herbst findet zum dritten Mal in Folge die Radsportveranstaltung "Eschede erfahren" statt. Die Veranstalter freuen sich auf eine rege Beteiligung.

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