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Eschede Lack aus der Heide für ganz Europa?
Celler Land Eschede Lack aus der Heide für ganz Europa?
17:48 10.09.2018
Einer der 17 Bunker auf der Anlage, die am Amtsgericht Celle zwangsversteigert worden ist. Quelle: Joachim Gries
Aschenberg

Ein Autolacke-Zentrallager für ganz Europa soll auf dem Bunkergelände des ehemaligen Bundeswehr-Depots bei Aschenberg entstehen. Das ist jedenfalls die erklärte Absicht von Walter Gallitzendörfer, der das 79.929 Quadratmeter große Gelände mit 17 Bunkern für 210.000 Euro für die Autolack Experte GmbH in der vergangenen Woche ersteigert hat. So schnell wie möglich sollen nach seinen Worten die Pläne auf der Fläche an der Kreisstraße 73 zwischen Höfer und Scharnhorst in die Tat umgesetzt werden.

Rund 25 Interessierte hatten die Zwangsversteigerung im Saal 124 des Celler Amtsgerichts verfolgt, eine gute Handvoll beteiligte sich auch mit Geboten am Verfahren. Der letzte Mitbieter stieg nach gut 50 Minuten aus, so dass Gallitzendörfer um 10.59 Uhr für sein Gebot von 210.000 Euro den Zuschlag erhielt.

Der Verkehrswert war vom Gericht mit einem Euro angesetzt worden, das Mindestgebot war mit knapp 8400 Euro angesetzt worden, weil es für die Fläche mit den Bunkern aus den 1970er Jahren noch offene Forderungen gab. Vier unterschiedliche Bunkertypen mit Nutzflächen zwischen 25 und 186 Quadratmetern und einer Gesamtnutzfläche von 2060 Quadratmetern sind auf dem Gelände verteilt, verbunden werden sie durch eine 1,1 Kilometer lange Ringstraße. An dem Straßenbelag nagt allerdings der Zahn der Zeit, seit die Bundeswehr das Depot in den 1990er Jahren verlassen hat. Auch der Zaun, der die Anlage einst sicherte, ist lädiert, das Tor der Nebenzufahrt aufgebrochen.

Gallitzendörfer will die Bunkeranlage so schnell wie möglich für 40-Tonnen-Lastwagen zugänglich machen, die Lacke aller Art auf Paletten anliefern und abholen sollen. Wegen der Zufahrt und auch wegen der Stromversorgung will der neue Besitzer mit dem Nachbarn reden, der auf seiner Fläche seit Jahren Sand abbaut. Dass er auch für die Beseitigung militärischer Altlasten aufkommt, die noch aus der Zeit des Dritten Reichs stammen, als die Luftwaffe hier eine Munitionsanstalt betrieb und Geschosse produzierte, ist Gallitzendörfer bewusst. „Da lasse ich einen Bergepanzer aus Russland drüberrollen“, sagt er salopp. Um dann zu erläutern, dass er mit 250.000 bis 300.000 Euro für die Säuberung der Flächen rechnet.

„Für eine halbe Million Euro bekomme ich nie ein Lager mit 2000 Quadratmetern“, sagt er mit Blick auf die Situation in der Logistik-Branche. Seine Firma habe ihren Sitz von Hannover nach Hamburg verlegt – wegen der Nähe zum Hafen. In Aschenberg soll das Lager angesiedelt werden. „Wir produzieren hier nichts“, unterstreicht Gallitzendörfer. Etwa einmal im Monat werde der gesamte Lagerinhalt ausgetauscht.

Im November 2015 war das Bunkergelände schon einmal für 303.000 Euro versteigert worden. Erworben hatte es ein Celler, um hier Wildpferde zu züchten. Später hatte er sich von diesem Traum verabschiedet, weil er zur Nutzung der Bunker auf seine Kosten von der Gemeinde Eschede einen Bebauungsplan hätte erstellen lassen müssen. Der Flächennutzungsplan der Gemeinde sieht für das Bunkergelände Land- und Forstwirtschaft vor, eine gewerbliche Nutzung ist danach ausgeschlossen. Die somit notwendige Bauleitplanung für das angedachte Autolack-Zentrallager würde nach den Worten von Wilfried Nieberg, allgemeiner Vertreter vom Bürgermeister Günter Berg im Rathaus Eschede, mindestens ein Jahr dauern.

Von Joachim Gries

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