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Eschede "Anne-Frank-Weg" in Eschede: Bedenken zerstreut
Celler Land Eschede "Anne-Frank-Weg" in Eschede: Bedenken zerstreut
18:24 14.01.2020
Von Carsten Richter
Der Antrag, den Weg, der zum ehemaligen Hof Nahtz führt, in "Anne-Frank-Weg" umzubenennen, stößt auf Kritik.  Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

Trotz der öffentlich geäußerten Kritik knicken die Befürworter nicht ein. Die Grüne/FDP-Gruppe im Rat der Gemeinde Eschede verteidigt ihren Antrag, den Weg "Zum Finkenberg" in "Anne-Frank-Weg" umzubenennen. "Die meisten Bedenken sehen wir als unbegründet an", schreiben Uwe Diederichs (Grüne) und Peter Schaper (FDP). Unterstützt werden sie von der Kreisvorsitzenden der Grünen, Marlies Petersen, die auch Mitglied des Escheder Ortsrats und des Kreistags ist.

Grüne/FDP: Name "Anne Frank" nicht respektlos

"Dem Vorwurf, der Name Anne Frank werde instrumentalisiert, treten wir entgegen", heißt es in einer Stellungnahme der Ratsgruppe. Der Name werde im Rahmen eines Radweg-Konzepts benutzt. "Anne Frank ist eines der weltweit bekanntesten Opfer des KZ Bergen-Belsen. Den Namen 'Anne Frank' für dieses Konzept zu nutzen, ist nicht respektlos", betonen die Befürworter.

Umstritten: Das im KZ Bergen-Belsen gestorbene deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank soll Namensgeberin werden.  Quelle: akg-images

"Anne Frank" auch Name für Radwegekonzept?

In der vergangenen Woche hatten die beiden Ratsvertreter die Umbenennung des Weges "Zum Finkenberg", an dem das vom NPD-Landesverband erworbene Gebäude liegt, beantragt. In diesem Zusammenhang hatten die Politiker auch die Ausweisung einer Fahrradroute von Eschede bis zur Gedenkstätte Bergen-Belsen ins Spiel gebracht.

Region ist "Land der Täter"

Escheder Ratskollegen hatten daraufhin von einer "Instrumentalisierung" beziehungsweise "Provokation" gesprochen. Die Grüne/FDP-Gruppe hingegen weist darauf hin, dass "auch unsere Region das Land der Täter sei". So liege auch Altensalzkoth, wo sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Kriegsverbrecher Adolf Eichmann versteckt hielt, an einer möglichen Radroute zur Gedenkstätte.

Andere Entscheidung gefährde die Demokratie

Schaper und Diederichs zeigen angesichts zunehmender Drohungen gegen Politiker Verständnis für die Angst von Ratsmitgliedern vor einem Votum für die Umbenennung. Eine Entscheidung aber deshalb anders ausfallen zu lassen, sei eine "Gefährdung der Demokratie". Sollte ihr Vorschlag zerredet werden, hätte das eine "verheerende Außenwirkung".

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