Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Eschede Zehn Jahre Naturschutz an Habighorster Teichen: Rohrdommel jetzt auch zurück
Celler Land Eschede Zehn Jahre Naturschutz an Habighorster Teichen: Rohrdommel jetzt auch zurück
17:01 16.10.2013
Von Christoph Zimmer
Nach dem Abfischen und Ablassen des größten Habighorster Teiches wurde das regulierende Ablaufwerk von ehrenamtlichen Helfern ausgetauscht. Quelle: Rainer Brüsewitz
Anzeige
Habighorst

Die Habighorster Teiche haben sich in den letzten zehn Jahren zu einem wahren Paradies für seltene Amphibien und Vogelarten entwickelt. „Es ist einfach wunderschön, was hier entstanden ist“, sagt Eckehard Bühring. Der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Celle betreut die etwa 17 Hektar große Teichanlage, die sich im Besitz des Landes Niedersachsen befindet, gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Mitgliedern des Nabu Celle schon seit 2003. Seitdem haben sich unter anderem die Zwergrohrdommel, die Zauneidechse, der Fischotter und der Eisvogel in diesem Gebiet wiederangesiedelt.

Bis 2003 wurde die Anlage in Habighorst von Hobbyteichwirten aus Hamburg für die Fischproduktion betrieben. In dem Gebiet, das in den 60ern und 70ern extensiv bewirtschaftet wurde und bekannt war für Artenreichtum und Pflanzenvielfalt, wurden steile Dämme gebaut, das Schilf gekürzt und die Teiche vertieft. „Für die Amphibien und Vogelarten gab es keine Rückzugsmöglichkeit und Nistplätze mehr“, erinnert sich Bühring. Seitdem steht nicht mehr der Fischerwerb im Vordergrund, sondern der Naturschutz.

Anzeige

Nach dem Vorbild der Meißendorfer Teiche wurden zunächst die Schilfzonen vergrößert und kleine Inseln angelegt. „Sie dienen als Rückzugsgebiet und Nahrungsquelle zum Beispiel für Frösche, Lybellen und Vögel“, sagt Bühring. Neben der Rohrdommel, die äußerst selten im Landkreis ist und zuletzt gesichtet und gehört wurde, bieten die Habighorster Teiche auch anderen Arten wie dem Laubfrosch und der Knoblauchkröte einen Lebensraum. Sie sind genauso auf natürliche Weise zurückgekehrt wie Rotfedern, Rotaugen und Brassen, die dem Fischotter und Zwergtaucher als ideale Nahrungsgrundlage dienen. „Es ist die gute Struktur mit Teichanlage und Grünflächen, die den Pflanzen und Tieren ideale Möglichkeiten für eine Rückkehr bietet“, betont der Naturschutzbeauftragte des Landkreises.

In dem Betreuungsvertrag zwischen Land Niedersachsen und Nabu wurde festgelegt, dass die Gruppen aus Eschede und Celle nicht nur die Dämme kontrollieren, sondern auch verschiedene Erhaltungsmaßnahmen durchführen. „Heute sind elf ehrenamtliche Mitglieder in ihrer Freizeit damit beschäftigt, die Teiche funktionstüchtig zu halten und durch schonende Pflegemaßnahmen einige Zielarten wie den Fischotter zu fördern“, erklärt Rainer Brüsewitz, Pressesprecher der Nabugruppen aus Eschede und Celle.

Es sei eben diese Vielfalt, die gewahrt werden müsse, sagt Brüsewitz. „Insgesamt wird zu wenig für den Naturschutz gemacht. Wenn wir die Natur unseren Kindern erhalten wollen, müssen wir etwas machen.“ Das sieht Bühring genauso. Er will auch in den nächsten zehn Jahren die Habighorster Teiche im Bereich Naturschutz betreuen. Und die Artenvielfalt und den Pflanzenreichtum erhalten.