Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Eschede Zurück zu den Wurzeln
Celler Land Eschede Zurück zu den Wurzeln
17:38 04.01.2019
Von Christopher Menge
Renate Barth züchtet in Habighorst Alpakas. Quelle: Christopher Menge
Habighorst

Pünktlich um halb zehn fuhr ich auf den Hof am Kirchweg, auf dem ich einst gelebt habe. Noch im Auto erinnere ich mich daran, wie ich damals als kleiner Steppke mit „Bauer Rüh“ in den Stall zu den Pferden gegangen bin. Rösser gibt es hier auf dem Hof aber nicht mehr. Auch sonst hat sich hier in Habighorst viel verändert.

Ehepaar züchtet Alpakas

Zum Beispiel hatte ich damals nicht so coole Nachbarn. Nebenan leben heute nämlich nicht nur Renate Barth und Michael Möller-Barth mit ihrem Schäferhund, sondern auch 17 Alpakas. „Ich habe einen Film über Alpakas gesehen. Da habe ich gesagt, die will ich haben“, erzählt Renate Barth. Nach 33 Jahren als selbstständige Versicherungsmaklerin verwirklichte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihren Traum. Nach einer schier unendlichen Suche nach einem passenden Gelände wurden die beiden in Habighorst fündig. Dort züchten sie nun seit drei Jahren die zotteligen Tiere, bieten Spaziergänge mit den Alpakas an und verkaufen verschiedene Produkte, die aus dem Vlies der Tiere hergestellt werden.

Angst vor Wolf

Die Hengste sind aber gar nicht begeistert, als ich im Stall aufschlage. Das liegt aber nicht an mir, wie man mir glaubhaft versichert, sondern daran, dass ihre Besitzer gerade ihre Nägel schneiden. Als es dann auf die Wiese geht, ist die Stimmung auch gleich viel besser. Neugierig begutachten die Alpakas meine Kamera und meinen Block. „Die Tiere können immer rein und raus, aber nicht auf die große Wiese, weil wir Bammel vorm Wolf haben“, sagt Renate Barth. Ihr Mann ergänzt, dass das Gelände nach den Vorgaben zwar wolfssicher sei und Alpakas nach Aussage des Ministeriums nicht ins Beuteschema passen, aber: „Weiß das auch der Wolf?“

373 Menschen leben in Habighorst

Die beiden Alpakas-Züchter haben den Umzug aus Wietze nach Habighorst keinen Moment bereut. Sie fühlen sich wohl in dem „kleinen urtypischen Dorf“, wie es Renate Barth nennt. Die 62-Jährige ist begeistert von der Nachbarschaft in dem 373-Seelen-Ort. „Die Nachbarn sind gleich auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir Hilfe brauchen“, sagt die gebürtige Ahnsbeckerin. Zu tun ist auf dem über 100 Jahre alten Hof genug. Die süßen Blicke der Alpakas entschädigen aber für alles.

Merle Dreger bietet "Pferde & Seele"

Ebenfalls am Kirchweg treffe ich Merle Dreger. Als ich mich vorstelle, begrüßt mich die 34-Jährige mit den Worten: „Wir haben als Kinder zusammen gespielt.“ Sie sei zum Studium in Vechta gewesen und habe auch mal in Celle gewohnt, aber nun wolle sie hier nicht mehr wegziehen. „Das ist mein Ruheort“, sagt die Pädagogin, die in der ambulanten Familienhilfe arbeitet. „Wenn ich mit Familien zu tun hatte, bei denen es richtig schlecht läuft, finde ich Entspannung bei den Pferden – das gibt mir Power.“

Die Tiere helfen aber nicht nur ihrer Besitzerin bei der Stressbewältigung, sondern werden auch bei Therapien von Kindern eingesetzt. „Pferd&Seele“ umfasst pädagogische und sozial-integrative Übungen, die über das Medium Pferd umgesetzt werden können“, erzählt Dreger. „Der Kontakt mit Pferden bewirkt positive Veränderungen, fördert die Entwicklung und entfaltet die eigene Persönlichkeit.“

Und in dem Haus, in dem ich früher gelebt habe? Da wohnt seit nicht mal einem Monat Madeleine Wiertalla mit ihrem achtjährigen Sohn. „Ich war nie ein Stadtmensch und habe immer hier in der Gegend gewohnt“, erzählt die 32-Jährige. Sie freue sich besonders, nun einen großen Garten zu haben. In diesem habe ich bis vor 30 Jahren gerne gespielt.

Viele Gebäude in Eschedes Dorfzentrum stehen leer. Nun soll zunächst ermittelt werden, wer welche Räume in der früheren Oberschule braucht.

Carsten Richter 02.01.2019

Alles hat einmal ein Ende: 95 Jahre lang gab es die Molkerei August Strauß in Eschede. Mit dem Jahreswechsel ist diese Ära vorbei.

Carsten Richter 28.12.2018

Gerd Bakeberg gibt den Fraktionsvorsitz der CDU im Escheder Gemeinderat ab. Seine Nachfolgerin wird zum 1. Januar Stephanie Bölke.

Carsten Richter 28.12.2018