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Faßberg Bundeswehr soll in Lerchenschule ziehen
Celler Land Faßberg Bundeswehr soll in Lerchenschule ziehen
16:54 13.12.2018
Von Christopher Menge
Die Faßberger Lerchenschule soll bald keine Grundschüler mehr,sondern Fachschüler der Luftwaffe beherbergen. Quelle: David Borghoff
Faßberg

Dunkle Wolken sind im Frühjahr dieses Jahres über Faßberg aufgezogen. Die Idee der Verwaltung, dass die Fachschule der Luftwaffe zumindest übergangsweise in die Lerchenschule ziehen könnte, schien zerplatzt zu sein. Von der Bundeswehr gab es eine Absage und im Gemeinderat war die Mehrheit aus SPD, WGF und Grünen ohnehin der Meinung, dass die Lerchenschule weiterhin die Heimat der Faßberger Grundschüler sein sollte. Doch kurz vor Weihnachten ist die Hoffnung zurückgekehrt ins Rathaus – und alle ziehen nun an einem Strang.

Abwanderung nach Bergen befürchtet

Denn im Raum stand plötzlich, dass die Fachschule nach Lohheide abwandert. "Das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe plant eine Sanierung des Gebäudes der Fachschule", erklärt Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl. "Dadurch wird für mindestens drei Jahre ein Ausweichquartier nötig." Zunächst sei geplant gewesen, dass die Fachschule in die Gloucester School im ehemaligen Camp Bergen-Hohne umziehen sollte. "In diesem Falle wäre auch ein dauerhafter Verbleib der Fachschule in Bergen ein mögliches Szenario gewesen", sagt Bröhl. "Ein Abzug der etwa 500 Schüler aus der Gemeinde Faßberg hätte bedeutet, dass wir jährlich 1,4 bis 2 Millionen Euro an Kaufkraft verlieren und zusätzlich noch etwa 300.000 Euro Steuereinnahmen."

Gespräche mit Ursula von der Leyen

Das wollte der Verwaltungschef mit aller Macht verhindern. Nach vielen Gesprächen mit den Celler Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU) und Kirsten Lühmann (SPD), der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und dem zuständigen Staatssekretär Gerd Hoofe im Bundesministerium für Verteidigung konnte Bröhl eine erneute Prüfung des Sachverhaltes erwirken und hat nochmals nachdrücklich die Lerchenschule als Ausweichquartier für die Fachschule der Luftwaffe empfohlen. "Das Ergebnis dieser Prüfung sieht nun die Lerchenschule als favorisiertes Interimsquartier vor", so Bröhl.

Grundschüler sollen in Peter-Härtling-Schule ziehen

Daraufhin wurden Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Bundesamt für Infrastruktur und Dienstleistungen geführt. Oberste Prämisse sei dabei gewesen, dass die Mietzahlungen einen neuen Grundschulstandort finanzieren. Darauf legen auch die Ratsmitglieder großen Wert, wie Volker Nickel (CDU) und Angelika Cremer (SPD) stellvertretend für ihre Gruppen betonen. Geplant ist, dass die Faßberger Grundschüler in die ehemalige Peter-Härtling-Schule am Marktweg umziehen. "Der Um- oder Neubau muss sich finanzieren", so Nickel. "Zudem muss zeitlich alles abgestimmt werden." Erster Schritt sind aber erst einmal Verhandlungen mit dem Landkreis, um die Möglichkeiten eines Erwerbs der Schule auszuloten.

"Lerchenschule zu teuer"

Durch den Umzug des Oberschulzweigs nach Hermannsburg hatte sich ein großer Leerstand in der Lerchenschule ergeben. Seitdem werden in einem Gebäude, welches für etwa 750 Schüler geplant war, nur noch etwa 140 Schüler unterrichtet. Bis 2021 beteiligt sich der Landkreis noch an den Betriebskosten. "Dann wird die Lerchenschule in ihrer derzeitigen Konstellation langfristig zu teuer für die Gemeinde Faßberg", sagt Bröhl.

Moderne Grundschule am Marktweg

Daher ist der Umzug in die Peter-Härtling-Schule geplant. Die Alternativen sind hier Sanierung, Teilabriss und Anbau oder Abriss und kompletter Neubau. "Es ergibt sich eine riesengroße Chance, eine moderne Schule zu gestalten", sagt Bröhl. Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, die Grundschule Faßberg bei der Erstellung des pädagogischen Konzepts zu unterstützen. Zum Schuljahr 2021/22 sollen dann die Grundschüler der Gemeinde Faßberg am Marktweg beziehungsweise in Müden lernen. "Ein Umzug der Müdener Schule ist in keiner Weise angedacht", betont Cremer. "Die Grundschule in Müden bleibt."

Halle und Schwimmbad bleiben in Gemeindebesitz

Zu den Vertragsdetails mit der Bundeswehr wollte sich Bürgermeister Bröhl nicht weiter äußern. Klar ist aber, dass das Schwimmbad und die Turnhalle im Besitz der Gemeinde bleiben sollen. Im Rat macht man sich unterdessen schon Gedanken, was passiert, wenn das Ausbildungszentrum seine eigene Schule saniert hat. "Spätestens, wenn die Bundeswehr in die Lerchenschule geht, müssen wir uns über die Nachnutzung Gedanken machen", sagt Nickel. Aber vielleicht gefällt es der Bundeswehr dann ja so gut in der Lerchenschule, dass sie bleiben möchte.

Der Faßberger Gemeinderat hat den Haushalt verabschiedet. Investitionen sind beim Kindergarten Hasenheide und beim Schwimmbad Herrenbrücke vorgesehen.

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