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Faßberg Assistenzhund soll Lenn im Alltag helfen (Video)
Celler Land Faßberg Assistenzhund soll Lenn im Alltag helfen (Video)
16:43 22.03.2019
Von Christopher Menge
Assistenzhund Spencer soll Lenn im Alltag helfen. Der Fünfjährige hat Autismus. Quelle: David Borghoff
Celle

Ausgelassen toben Lenn und sein Bruder Lasse mit Labrador Spencer durch den Garten. Doch Spencer ist kein normaler Hund und Lenn ist auch kein normales Kind. „Er ist ein Strahlemann der besonderen Art“, sagt seine Mutter Samyra Fienemann, die in einem Facebook-Blog über „das Leben mit unserem geliebten Anderskind“ schreibt. Der fünfjährige Lenn ist anders, weil er Autismus hat. Um ihm zu helfen, soll Assistenzhund Spencer speziell auf seine Bedürfnisse hin ausgebildet werden. Doch das kostet viel Geld, die Müdener Familie hofft auf Spenden.

Ausbildung des Assistenzhundes kostet 26.000 Euro

„Die Krankenkasse bezahlt einen Begleithund nur für Blinde“, erzählt Lenns Vater Marc Fienemann. „Wir müssen daher 26.000 Euro aufbringen.“ 1500 Euro hätten sie schon gespart, doch alleine können sie die Ausbildung des Assistenzhundes nicht finanzieren. „Daher bitten wir aus tiefstem Herzen um Unterstützung, die Ausbildung von Spencer zu finanzieren, damit unser süßer, kleiner Sohn ein besseres Leben führen kann“, sagt Samyra Fienemann.

Wut- und Schreianfälle bis zur Erschöpfung

Die 34-Jährige ist mit den drei Kindern Lea (16), Lasse (7) und Lenn unter der Woche alleine, da ihr Mann als Berufssoldat in Köln stationiert ist. „Einkaufen ist immer eine furchtbare Tortur“, erzählt die Mutter, die nebenbei noch putzen geht, damit etwas Geld in die Familienkasse kommt. „Die falsche Bettwäsche zieht schon einen Wut- oder Schreianfall nach sich, der erst dann beendet ist, wenn Lenn vor Erschöpfung zusammenbricht“, erzählt Samyra Fienemann.

Sie hat Kontakt zu anderen Familien mit autistischen Kindern gesucht. Da habe sie erlebt, wie ein Hund helfen kann. Daher soll Spencer nach seiner Ausbildung Lenns Begleiter werden. „Er kann ihn beruhigen, ihm Sicherheit bringen oder ihn abschirmen, damit Fremde nicht zu nahe kommen“, sagt Samyra Fienemann.

Lenn ist in Autismus-Diagnostik

Sie erzählt von einem „frustrierenden Ärztemarathon“, den die Familie hinter sich hat. „Wir mussten uns Erziehungsfehler, Verwöhnung und andere haarsträubende Theorien unterstellen lassen“, berichtet die Mutter. „Mittlerweile befindet sich Lenn in der Autismus-Diagnostik, die bis jetzt einen überdurchschnittlich intelligenten und geistig etwa zwei Jahre älteren Jungen aus den Tests entlassen hat.“

Aber auch wenn man jetzt wisse, was mit Lenn los sei, bleibe die Angst um ihn, um seine Zukunft und die anderen beiden Kinder. Schließlich seien in der Familie kein normaler Alltag, keine ruhigen Zeiten, keine Erholung und nicht einmal „Kraft schöpfen in der Nacht“ möglich.

Assistenzhund Spencer ist die Ruhe selbst

Daher setzt die Familie so große Hoffnung in Spencer. Anfang 2020 soll er in das Haus in Müden einziehen. Der 15 Monate alte Labrador hat bis jetzt die Grundlagen, die jeder Hund können sollte, gelernt. „Jetzt kommt das Fachspezifische“, sagt sein Trainer Ulrich Zander. „Es ist ganz wichtig, den richtigen Hund auszuwählen.“ Vom Charakter her würde sich etwa jeder zehnte Hund eignen, der dann seine Rolle lernen muss. „Spencer lässt sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen“, sagt Zander. „Und er arbeitet sehr gerne mit Kindern. Das haben wir in der Förderschule immer wieder geübt.“ In den nächsten Monaten sind immer wieder Treffen mit Lenn geplant. „Die entscheidende Phase kommt dann, wenn Spencer das Fachspezifische beherrscht und bei der Familie einzieht“, sagt Zander. „Das begleiten wir dann noch vier bis sechs Wochen.“

Samyra Fienemann spricht von „Liebe auf den ersten Blick“ zwischen Lenn und Spencer. Wer die beiden so durch den Garten toben sieht, glaubt ihr sofort.

Spendenkonto: 
Servicehundzentrum e.V.,
Ostsee Sparkasse Rostock,
IBAN: DE65 1305 0000 0201 0961 88,
Verwendungszweck:

Hilfe für Lenn.

Begleithund soll Sicherheit geben

Der Verein Servicehundzentrum bildet Servicehunde für sehbehinderte, auditiv, geistig und motorisch behinderte Menschen aus. Jeder Autismusbegleithund muss dabei auf die speziellen Bedürfnisse seines zukünftigen Halters hin ausgebildet werden. In erster Linie soll ein Autismusbegleithund Sicherheit für seinen Halter vermitteln. Ein Hund kann beispielsweise dahingehend trainiert werden, dass er die Weglauftendenzen von einer Person anzeigt. Ein weiteres Beispiel für einen Autismusbegleithund ist das Führen durch Menschenmassen.

Autismus ist eine komplexe und vielgestaltige neurologische Entwicklungsstörung. Häufig bezeichnet man Autismus auch als Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken. Menschen mit Autismus neigen häufig zu einer Reihe psychischer Begleitstörungen, wie übergroße Befürchtungen, Phobien, Schlaf- und Essstörungen sowie herausforderndes Verhalten in Form von Wutausbrüchen und fremd- oder selbstverletzenden Verhaltensweisen.

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