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Faßberg Dank "Joelette" in der Heide
Celler Land Faßberg Dank "Joelette" in der Heide
22:21 05.09.2018
Dank eines besonderen Rollstuhls können ab sofort auch gehbehinderte Menschen in die Heide. Quelle: Birgit Stephani
Müden

Anne Sophie Ohlhoff aus Hermannsburg ist eine aktive junge Frau, die so schnell nichts stoppen kann. Und doch war es ihr bislang nicht möglich, einmal in die Heide zu gelangen. Denn: Anne Sophie ist von Geburt an querschnittsgelähmt und der Weg über die sandigen Pfade der Heide war für sie bislang ein kaum zu überwindendes Hindernis. Bislang, denn die Tourist-Information Müden hat jetzt eine Joelette.

"Inklusion darf nicht am Parkplatz aufhören", findet Bettina Bouma. Die Mitarbeiterin der Tourist-Information machte sich dafür stark, eine Lösung zu finden, dass es auch behinderten Menschen möglich ist, die Heideflächen zu besuchen. Bei ihrer Suche stieß sie auf die "Joelette", einen geländegängigen Rollstuhl. Diesen können Betroffene ab sofort bei der Tourist-Information kostenlos ausleihen und mithilfe von zwei Begleitpersonen über Stock und Stein durch die Heide wandern.

Die 4140 Euro teure "Joelette" sieht auf den ersten Blick seltsam, gleichzeitig aber auch sportlich aus. Das Gefährt besitzt nur einen Reifen, den Sitz für die bewegungseingeschränkte Person sowie vorne und hinten Halterungen für die Helfer, die die "Joelette" ziehen können.

Die Erste, die "Joelette" testen durfte, war Anne Sophie, die als Patin die Tourist-Information unterstützt, das Projekt bekannt zu machen. Mithilfe von Vater Thorsten Ohlhoff und Hans-Jürgen Dralle machte die 16-Jährige am Samstag einen ersten Ausflug zum Lönsstein auf dem Wietzer Berg. Sie war begeistert. "Sehr bequem", beschreibt sie die erste Fahrt mit der "Joelette". "Es ist beim Anheben etwas kippelig, aber nicht so, dass man sich unwohl fühlt". Und dann schmiedet sie bereits Pläne: "Nächstes Jahr möchte ich damit auf den Heidschnuckenweg."

Anne Sophie ist dankbar über das Engagement der Tourist-Information, denn sie weiß: "Rollstuhlfahrer müssen um alles kämpfen, was für andere normal ist." Gerade hat sie so einen neuen Rollstuhl "erkämpft", der genau wie die "Joelette" mehr Bewegungsfreiheit für die junge Frau bedeutet. Dass sie jetzt auch, wenn auch mithilfe anderer, Ziele erreichen kann, die ihr bislang verwehrt blieben, bedeutet für sie sehr viel.

Die "Joelette" ist anfangs kompakt in einer Tragetasche verstaut. "Wir üben den Aufbau vorher mit denen, die sich die ,Joelette' ausleihen wollen", erzählt Bouma, die sich freut, das Projekt mithilfe von Sponsoren umsetzen zu können. Sie selber hat sich an anderen Standorten erkundigt, an denen eine "Joelette" bereits im Einsatz ist und weiß daher: "Wir werden die ,Joelette' in bestehende Projekte miteinbauen, denn es hat sich gezeigt, dass die Wenigstens den geländegängigen Rollstuhl direkt ausleihen. Mit Anne Sophie haben wir außerdem eine Patin, der man glaubt, dass es sich lohnt, einen Ausflug mit der ,Joelette' zu machen." Ihr Strahlen, als sie den Lönsstein sieht, sagt dazu alles.

Von Birgit Stephani

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