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Faßberg Deutliche Worte Richtung Berlin
Celler Land Faßberg Deutliche Worte Richtung Berlin
22:02 06.07.2011
Verleihung des Fahnenbandes des Landes Niedersachsen an das Transporthubschrauberregiment 10: Oberst Alfons Mais, Innenminister Uwe Schünemann und Oberst Martin Weißenfels zeigen das Wappen der Heideflieger auf einem NH90. Quelle: nicht zugewiesen
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Faßberg

Es war eine militärische und politische Veranstaltung, die die mehreren hundert Gäste bei der Verleihung des Fahnenbandes des Landes Niedersachsen gestern auf dem Fliegerhorst geboten bekamen. Militärisch, weil die herausragenden Leistungen des Transporthubschrauberregimentes 10 zu seinem 40-jährigen Bestehen, davon 30 Jahre in Faßberg, geehrt wurden. Politisch, weil die Veranstaltung ein deutlicher Fingerzeig Richtung Berlin war, wo in den nächsten Tagen die Strukturreformen für die Bundeswehr in die entscheidende Phase gehen.

Der Kommandeur der Heideflieger, Oberst Martin Weißenfels, hielt sich bei seiner Rede zurück, verwies lediglich auf die großen Aufgaben, die die Umschulung auf den neuen Hubschrauber NH 90 und die Herstellung der Einsatzfähigkeit erfordern. „Wir bereiten uns als Leitverband auf einen sehr herausfordernden Einsatz als primäres Luftrettungsmittel in Afghanistan vor“, sagte Weißenfels.

Für die Signale Richtung Berlin sorgten der Kommandeur der Division Luftbewegliche Operationen, Generalmajor Erhard Drews, und Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), der die Verleihung des Fahnenbandes vornahm. Drews fügte seiner ursprünglich etwas allgemeiner angedachten Rede noch ein paar deutliche Worte hinzu. Er ging auf die Vorbereitung für den Afghanistaneinsatz ein und merkte an, dass es „notwendig ist, die Voraussetzungen zu schaffen, wie zum Beispiel die nötigen Flugstunden zu bekommen. Nur dann kann auch die Einsatzfähigkeit hergestellt werden“, sagte Drews und spielte damit darauf an, dass die Heideflieger bisher nur drei Hubschrauber des neuen Typs haben, mit denen sie arbeiten können. Außerdem erwähnte er, dass er in der kommenden Woche neue Informationen über die Umstrukturierung der Bundeswehr bekommen würde. „Sie müssen sich noch bis Oktober gedulden, aber angesichts der Tatsache, dass man sie für den Einsatz in Afghanistan ausgewählt hat, gibt es durchaus Anlass optimistisch zu sein“, sagte Drews.

Innenminister Uwe Schünemann griff diese Worte gleich auf. In seiner Laudatio fand er es „gut zu hören, dass militärisch alles für den Standort Faßberg spricht.“ Er gehe davon aus, dass die Politik in Berlin sich an den Fakten orientieren würde. So habe er den Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière in seiner Zeit, als er noch Innenminister war, kennengelernt.

Von Tore Harmening