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Faßberg Familie und elf Tiere suchen ein Zuhause
Celler Land Faßberg Familie und elf Tiere suchen ein Zuhause
16:00 09.05.2019
Von Christopher Menge
Elke Klingemann, ihre Tochter Chayenne und ihr Lebensgefährte Holger Rutzen (links) haben bei einem Brand ihr Zuhause in Müden verloren. Als der Brand im Obergeschoss ausbrach, war Sohn Marcel (rechts) gerade zu Besuch. Quelle: David Borghoff
Müden

Elke Klingemann wollte am Sonntag gerade das Mittagessen für ihre Familie zubereiten, als sie plötzlich einen Brandgeruch wahrnahm. Nahezu gleichzeitig bemerkte eine Nachbarin, dass aus dem Obergeschoss des Hauses an der Hauptstraße in Müden Rauch aufstieg. In einer ehemaligen Küche, die heute als Abstellraum genutzt wird, war ein Feuer ausgebrochen. Sowohl Klingemann als auch die Nachbarin alarmierten gegen 11.30 Uhr die Feuerwehr. Die Wehren aus Müden, Faßberg, Poitzen und Bergen verhinderten Schlimmeres. Aber das Haus ist zumindest bis auf Weiteres nicht bewohnbar.

"Das Wichtigste ist, dass wir leben", sagt Holger Rutzen, der Lebensgefährte von Elke Klingemann. Er war genauso im Haus wie ihre achtjährige, schwerbehinderte Tochter Chayenne und ihr 28-jähriger Sohn Marcel, der zu Besuch war. "Wo sollen wir jetzt hin?", fragt sich Rutzen.

Familie hat neun Katzen und zwei Hunde

Mit "wir" sind dabei nicht nur die drei Familienmitglieder, die in dem Haus gelebt haben, gemeint, sondern auch neun Katzen und zwei Hunde. "Ich habe die Tiere, die keiner mehr haben wollte, aufgenommen", erzählt Klingemann. Dementsprechend bescheinigt ihr ihre Betreuerin Kirstin Janus-Kruschewski, die sie in Rechtsfragen unterstützt, ein großes Herz. "Ich hoffe, dass sich zumindest vorübergehend eine Unterkunft findet, damit wir in Ruhe gucken können", sagt Janus-Kruschewski. Diese sollte sich im Celler Nordkreis befinden, dürfte aber ruhig etwas außerhalb liegen.

Die Mithilfe der Gemeinde Faßberg am Sonntag lobt die Betreuerin ausdrücklich. Kerstin Barsch aus dem Sozialamt war nämlich gleich mit dem Fahrrad aus Faßberg nach Müden gekommen und hatte angeboten, die Familie in der Müdener Jugendherberge oder in einer Notunterkunft in Oberohe unterzubringen. Zunächst kamen Elke Klingemann, ihre Tochter Chayenne und Holger Rutzen aber bei einem ihrer Söhne in Bergen und die Tiere bei einem anderen Sohn unter. Kurzfristig wird jetzt aber eine Wohnung gesucht – für Menschen und Tiere.

In Müden wohlgefühlt

Mittelfristig würde die Familie gerne wieder in ihr Haus in Müden ziehen. "Ich wohne hier seit siebzehneinhalb Jahren und habe mich immer wohlgefühlt", sagt Klingemann. Janus-Kruschewski will jetzt das Gespräch mit der Vermieterin suchen. Zumindest der Hausrat sei versichert.

Dennoch brauchte die Familie erst einmal ein Darlehen über 200 Euro, um sich Lebensmittel kaufen zu können. "Inzwischen durften wir auch in das Haus, um Sachen zu holen", erzählt Klingemann. "Wie es im Zimmer von Chayenne im Obergeschoss aussieht, wissen wir aber nicht."

Technischer Defekt wohl die Brandursache

Noch nicht ganz klar ist zudem, warum der Brand ausgebrochen ist. Rutzen geht davon aus, dass die fehlerhafte Elektrik in dem alten Haus oder der angeschlossene Herd, der nicht in Betrieb war, das Feuer ausgelöst haben. "Es könnte auf einen technischen Defekt hinauslaufen", sagt auch Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. "Die Ermittlungen dauern aber noch an." Er beziffert den Schaden auf mindestens 70.000 Euro. "Das Haus ist nicht mehr bewohnbar", sagt Wallheinke. "Möglicherweise ist Löschwasser in die Lehmdecke gedrungen, die Tragbarkeit ist nicht gewährleistet."

Tochter besucht Paul-Klee-Schule

Die Familie ist derzeit arg gebeutelt, wie Klingemann erzählt. Zum einen gebe es einen Streit mit dem Landkreis über das Fahrgeld für Tochter Chayenne zur Außenstelle der Paul-Klee-Schule in Bergen, zum anderen sind sowohl Elke Klingemann als auch ihr Lebensgefährte Holger Rutzen gesundheitlich angeschlagen. Sie hoffen, dass der Brand nun der Tiefpunkt war und es bald wieder aufwärts geht.

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