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Faßberg Faßberger Hakenkreuz-Glocke soll Stolperstein werden
Celler Land Faßberg Faßberger Hakenkreuz-Glocke soll Stolperstein werden
18:18 24.01.2018
Von Christopher Menge
Faßberg

Der ehemalige Vorsitzende des Kirchenkreistages Springe gehört zu der zehnköpfigen Gruppe um Hans-Dietrich Springhorn und die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Cremer, die dafür kämpft, dass die Glocke aus der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr läutet. Diese Glocke sei ein Dokument eines historischen Versagens der christlichen Kirche in dieser Zeit, so Hensch.

"Wir schlagen deshalb vor, diese Glocke an einen geeigneten und sichtbaren Platz innerhalb der Kirche aufzustellen, verbunden mit einem historisch aufklärenden Text", sagt Hensch. "Das bedeutet, dass die Glocke nicht ungesehen im Glockenstuhl verbleibt, sie wird nicht aus der Kirche entfernt, die Symbole werden nicht abgeschliffen, denn Geschichte kann nicht ausradiert werden." Daher solle die Glocke als Teil der Kirche in dieser bleiben und zu einem „Stolperstein“ der Geschichte der Michaelkirche werden.

"Hat die uns ,mahnende Glocke' ihren dokumentarischen Platz gefunden, könnte eine neue Bronzeglocke gegossen werden, die Dietrich Bonhoeffer gewidmet werden sollte und die Gemeinde zu zukünftigen Gottesdiensten ruft", sagt Hensch. "Eine Finanzierung dieser neuen Glocke durch die Sankt-Laurentius-Stiftung, durch freiwilliges Kirchgeld sowie durch Spenden und Zuschüsse der Landeskirche wäre denkbar."

Aus Feinden wurden Freunde – dank einer herausragenden logistischen Leistung und großen Hilfsbereitschaft gelang es in den Jahren 1948/49 das eingeschlossene West-Berlin über eine Luftbrücke zu versorgen. Der Fliegerhorst Faßberg war dabei einer der wichtigsten Pfeiler der Luftbrücke. "Sie soll im nächsten Jahr für jedermann erlebbar und für jedermann zum Anfassen präsentiert werden", sagte Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl am Montagabend beim gemeinsamen Jahresempfang der Gemeinde und des Standortes Faßberg.

Christopher Menge 24.01.2018

Die weitere Nutzung der Lerchenschule, die Sanierung des Schwimmbades und die Vorbereitung der Veranstaltung zum Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren im kommenden Jahr: Nachdem die Gemeinde Faßberg, die Bürger und die dafür gegründete Gesellschaft "Tante Hanna" im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht haben, stehen in diesem Jahr andere Projekte im Fokus. Parallel laufen derzeit die Ausschreibungen für den Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes in Müden, der durch Tante Hanna noch in diesem Jahr wieder Mittelpunkt des Ortsgeschehens werden soll.

Christopher Menge 19.01.2018

In Faßberg wird mit einer Glocke zum Gottesdienst gerufen, auf der ein zwei mal zwei Zentimeter großes Hakenkreuz und ein Luftwaffenadler abgebildet sind – das ist nicht neu, sondern seit dem Bau der Michaelkirche im Jahr 1938 so. Neu ist aber, dass darüber kontrovers diskutiert wird. Nachdem die Glocke im vergangenen Jahr für einige Wochen geschwiegen hatte, ist sie seit dem Buß- und Bettag wieder in Betrieb. So hat es der Kirchenvorstand entschieden. Ein Unding, findet Hans-Dietrich Springhorn. Er ist der Sprecher einer Gruppe von zehn Faßbergern, die gegen den Erhalt der „Nazi-Glocke“ kämpft. Unterdessen sollen sich zwei Historiker mit dem Thema beschäftigen.

Christopher Menge 17.01.2018