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Faßberg Faßberger Luftbrückenausstellung in Spandau eröffnet
Celler Land Faßberg Faßberger Luftbrückenausstellung in Spandau eröffnet
20:11 25.01.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Bezirksamt Spandau
Faßberg

Zum Auftakt des 70. Luftbrückenjubiläums 2018 und 2019 begrüßten er und die Bezirksverordneten von Spandau den Faßberger Bürgermeister Frank Bröhl und Oberst Georg von Harling, Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe und Standortältester des Fliegerhorsts Faßberg. „Wäre nicht immer nur von den Rosinen-, sondern auch von Kohlebombern die Rede gewesen, hätten wir Faßberg schon viel früher wiederentdeckt. Heute bin ich sehr froh, dass in Faßberg vieles bewahrt wurde, was den Berlinern in der Nachkriegszeit das Überleben ermöglichte“, so Kleebank.

Die Idee für die neuen Beziehungen des großen Spandau zur 7000-Einwohner-Gemeinde in der Heide war vom Kuratorium „Faßberg: Militärluftfahrt, Weltraum und Heide“, ausgegangen. „Wir sind eine mutige Gemeinde“, sagte Faßbergs Bürgermeister Bröhl. „Beim Aerospace Day 2013 hatten wir 25.000, beim Tag der Bundeswehr 2017 sogar 30.000 Besucher. Faßberg erwartet im Juni 2019 zum Tag der Bundeswehr noch mehr Gäste, wenn mehrere Dutzend DC-3-Maschinen und 250 Piloten aus aller Welt eine wieder erlebbare Luftbrücke zum Anfassen präsentieren wollen.“ Thomas Keller vom Organisationsteam „Berlin Airlift 70” bekräftigte die Zusagen von bislang 31 lizenzierten DC-3-Flugzeugen aus den USA und Australien.

An den Flugplatz Berlin-Gatow mit den meisten Flugbewegungen während der Luftbrücke Berlin erinnerte Doris Müller-Toovey, Wissenschaftliche Leiterin am Militärhistorischen Museum dort. In Spitzenzeiten landeten alle 35 Sekunden die Maschinen zur Versorgung der drei Westsektoren Berlins. Täglich kamen fast 1000 Tonnen Güter an. 800 deutsche Arbeiter halfen bei der Entladung, die so in der Nachkriegszeit wenigstens ein wenig Geld verdienen konnten.

„Wir wollen auch die Aktualität aufzeigen. Millionen von Menschen brauchen Luftbrücken und unsere jungen Piloten fliegen sie“, sagte Oberst von Harling. „Der Aspekt der Völkerverständigung ist ebenso wichtig. Im Rahmen der Schulpartnerschaft, die jetzt zwischen Faßberg und Spandau beginnt, wollen sich junge Menschen in Kontexte darüber vertiefen, wie aus Feinden Freunde wurden.“

Die Ausstellung aus der Faßberger Perspektive der Luftbrücke Berlin ist bis zum 20. Februar zu den Öffnungszeiten des Spandauer Rathauses zugänglich; der Eintritt ist frei.

Für zynisch hält der Faßberger Rudolf Hensch den Lösungsvorschlag des Kirchenvorstandes der St.-Laurentius-Gemeinde Faßberg/Müden, neben der Hakenkreuz-Glocke eine zweite, kleinere Glocke in den Dachreiter der Michaelkirche zu hängen. Sie soll – so die Idee des Kirchenvorstandes –, verziert mit einem Zitat des von den Nazis ermordeten Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der alten Glocke akustisch etwas entgegensetzen. "Der Kirchenvorstand schlägt jetzt vor, ausgerechnet eine NS-Glocke mit dem symbolischen Wert einer verwerflichen Ideologie, mit einer kleinen Glocke eines standhaften christlichen Theologen in Einklang zu bringen", sagt Hensch. "Hier ist nicht genügend nachgedacht und kritisch nachgefragt worden."

Christopher Menge 24.01.2018

Aus Feinden wurden Freunde – dank einer herausragenden logistischen Leistung und großen Hilfsbereitschaft gelang es in den Jahren 1948/49 das eingeschlossene West-Berlin über eine Luftbrücke zu versorgen. Der Fliegerhorst Faßberg war dabei einer der wichtigsten Pfeiler der Luftbrücke. "Sie soll im nächsten Jahr für jedermann erlebbar und für jedermann zum Anfassen präsentiert werden", sagte Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl am Montagabend beim gemeinsamen Jahresempfang der Gemeinde und des Standortes Faßberg.

Christopher Menge 24.01.2018

Die weitere Nutzung der Lerchenschule, die Sanierung des Schwimmbades und die Vorbereitung der Veranstaltung zum Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren im kommenden Jahr: Nachdem die Gemeinde Faßberg, die Bürger und die dafür gegründete Gesellschaft "Tante Hanna" im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht haben, stehen in diesem Jahr andere Projekte im Fokus. Parallel laufen derzeit die Ausschreibungen für den Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes in Müden, der durch Tante Hanna noch in diesem Jahr wieder Mittelpunkt des Ortsgeschehens werden soll.

Christopher Menge 19.01.2018