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Faßberg Gerhus: Pachtvertrag vor Auflösung
Celler Land Faßberg Gerhus: Pachtvertrag vor Auflösung
15:16 13.06.2010
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Gerdehaus

Streitig war der Pachtvertrag über das Landhotel Gerhus zwischen der Familie Hennies und dem rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger ohnehin schon seit die Existenz bekannt wurde. Nach dem Tod von Rieger stand der Vertrag aus Sicht der Eigentümer des Hotels dem Verkauf entgegen.

Doch dieses Problem dürfte sich bald erledigen. Wie die CZ jetzt erfuhr, will die Familie des Verstorbenen, die nicht dem rechtsextremen Umfeld angehört, mit dem Landhotel in Faßberg nichts zu tun haben. Damit wird sie wohl sobald die Erbfolge endgültig klar ist, das Sonderkündigungsrecht für den Vertrag nutzen. Auch das Verfahren am Oberlandesgericht Celle über den Einspruch gegen die Entscheidung des Landgerichtes Lüneburg, die zur Räumung des von Neonazis besetzten Landhotels im August geführt hatte, dürfte damit hinfällig werden.

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Schwierige Lage: So könnte es zu einem Verkauf noch vor der Zwangsversteigerung kommen, die für den 16. Dezember geplant ist. Das wäre auch gut, denn derzeit gestaltet sich die juristische Situation, um die so genannte „Wilhelm-Tietjen Stiftung“, eine Gesellschaft nach englischem Recht, mehr als unübersichtlich. „Wir haben noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Erbfolge und eventuelle Vollmachten und deren rechtsgültigen Bestand“, sagte Maren Brandenburger vom Niedersächsischen Verfassungsschutz.

In den vergangenen Tagen war ein Rechtsanwalt in Verfahren über zwei Immobilien in Thüringen und im Landkreis Verden aufgetaucht und hatte sich als Bevollmächtigter für die Gesellschaft ausgegeben.

Nach derzeitigen Informationen sind die „Vollmachten“ aber nicht rechtsverbindlich, weil sie dazu im Handelsregister eingetragen seien müssten. Doch ob es zum Beispiel Einträge aus diesem Jahr in England gibt, ist derzeit unklar. Der Verfassungsschutz will deshalb die Möglichkeit nicht ganz ausschließen, dass noch jemand aus dem rechten Lager auftaucht, der für die Immobilie bietet. Trotz der schwierigen Lage hält es Brandenburger aber für unwahrscheinlich, dass ein Bieter aus der rechten Szene für Gerhus auftaucht.

Von Tore Harmening