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Faßberg Große Feier mit Veteranen und Ministerpräsident
Celler Land Faßberg Große Feier mit Veteranen und Ministerpräsident
13:49 13.06.2010
Paul Hicks vor Flugzeug im Luftbrückenmuseum und Bild von Luftbrücke Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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Faßberg

60 Jahre ist es inzwischen her, dass die großen Maschinen von Faßberg aus in den Himmel stiegen, um Berlin mit der Luftbrücke zu versorgen. „Damals hat uns die große Geschichte gestreift“, sagt Faßbergs Gemeindebürgermeister Hans-Werner Schlitte in der jüngsten Ratssitzung.

Deshalb wird es im Sommer eine große Veranstaltung geben, die vom Förderverein für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin und der Luftwaffe zusammen mit der niedersächsischen Landesregierung organisiert wird. Zu Gast werden unter anderem Ministerpräsident Christian Wulff, der britische Botschafter sowie Piloten von damals sein. Sie werden dem Einsatz der Westmächte gedenken. „Wahrscheinlich ist es das letzte Mal, das Veteranen dabei sein können, deshalb möchten wir die große Veranstaltung machen“, sagt Oberstabsfeldwebel Paul Hicks, Vorsitzender des Fördervereins.

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Bei der Gelegenheit soll in der Nordkreisgemeinde auch eine bleibende Erinnerung eingeweiht werden. Doch um die ist jetzt eine Diskussion entstanden. Hicks würde die Umbenennung des Waldwegs oder des Rathausplatzes in Straße oder Platz der Luftbrücke begrüßen.

Faßbergs Ortsvorsteher Jörg Schuster schlägt hingegen den Radweg vor, der sich parallel zu großen Horststraße schlängelt. Doch das hält Hicks „für dieses historischen Ereignis nicht angemessen“. Schuster verteidigt diesen Vorschlag mit dem Hinweis, dass ja nicht einfach nur ein Schild aufgestellt werden soll. „Man könnte an dem Weg Platten in den Boden lassen, wo zum Beispiel die Zeitschiene der Luftbrücke dokumentiert ist, um so den Weg aufzuzeigen“, sagt Schuster.

Der Platz dafür muss also noch festgelegt werden. Das Programm für den Tag hingegen steht schon. Unter anderem wird es Festreden vom Ministerpräsident Wulff und dem Inspekteur der Luftwaffe, General Klaus-Peter Stieglitz sowie eines Zeitzeugen geben. Vorgesehen sind neben dem Konzerte mit drei Kapellen, die im Halbstundentakten zirka dreieinhalb Stunden Programm bieten.

Hicks hofft zudem, dass bis August auch die Gelder für die geplante Überdachung der historischen C-47 Transportmaschine auf dem Museumsgelände zusammen gekommen sind. Dann würde der erste Spatenstich für das neue Dach erfolgen.

www.luftbrueckenmuseum.de

Der Vorsitzende des Förderverein für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg hofft, dass bis zu dem großen Festakt die Finanzierung für das Dach über der Transportmaschine C-47 auf dem Gelände gesichert ist. Dann würde am 27. August der erste Spatenstich vorgenommen. Foto: Genth

Die Luftbrücke aus Faßberg

Anfang des Jahres 1948 kommt es vermehrt zu Spannungen zwischen den Alliierten im Zuge der Währungsreform. Die Sowjets riegeln Ende Juni 1948 Berlin ab. Versorgung über die Straßen ist nicht mehr möglich.

Nur Tage später rollt die Luftbrücke der Westmächte an, um die Hauptstadt aus der Luft zu versorgen. Am 19. Juli 1948 verlegt die Royal Air Force alle DC-3-Flugzeuge von Wunstorf nach Faßberg. Einen Monat später folgen drei Staffeln C-54, um Kohle nach Berlin zu transportieren. Weihnachten 1948 werden durch die Faßberger Operation „Santa Claus“ Geschenke für 10000 Berliner Kinder eingeflogen.

Die Westmächte verschärfen derweil ihre Sanktionen gegen die Sowjets, um ein Ende der Blockade zu erzwingen. Im Mai 1949 kommt es zur Einigung und dem Ende der gegenseitigen Blockade. Am 27 August 1949 verlässt die letzte Tonne Kohle den Flugplatz Faßberg. Am 30. September 1949 endet die Luftbrücke.

Von Tore Harmening