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Faßberg In Faßberg steht Teil der Berliner Mauer
Celler Land Faßberg In Faßberg steht Teil der Berliner Mauer
09:00 09.11.2019
Von Christopher Menge
In Faßberg stehen zwei Teile der Berliner Mauer. Für Paul Hicks runden sie die Ausstellung ab. Quelle: Christopher Menge
Faßberg

Dass während der Luftbrücke 1948/49 von der damaligen Royal-Airforce-Station Faßberg aus die Versorgung Berlins mit Kohle – insgesamt 539.112 Tonnen des schwarzes Goldes flogen britische und amerikanische Flugzeuge in das blockierte Berlin – sichergestellt wurde, ist den Geschichtsinteressierten bekannt. Was viele aber nicht wissen, ist, dass die Westalliierten noch bis 1988 flogen – um ihre Stärke zu demonstrieren. Einmal pro Jahr kamen sie für eine Woche nach Faßberg. "Auch 1989 war eine Übung geplant", erinnert sich Paul Hicks vom Förderverein für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin. "Sie wurde dann wegen der aktuellen Entwicklungen in der DDR abgesagt." Der Rest ist Geschichte, die auch in Faßberg erzählt wird: Am 9. November 1989 wurden die Grenzen geöffnet. Ein Stück der Berliner Mauer steht heute im Luftbrückenmuseum in Faßberg.

Mauerteile kamen vom Potsdamer Platz

"Die beiden Mauersegmente sind 1991/92 nach Faßberg gekommen", erzählt Hicks. Sie zeigen ein Gesicht und standen einst auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Nun runden sie die Geschichte für die Besucher der Erinnerungsstätte Luftbrücke ab. "In Berlin gab es nach der wirtschaftlichen Teilung während der Luftbrücke eine weitere Teilung", sagt Hicks. Dass die Mauern überwunden worden seien, ohne sie zu zerstören, sei von großem symbolischen Wert.

"Kalter Krieg zum Anfassen"

Hicks war 1983 nach Faßberg gekommen und fungierte bei den Übungen der Westalliierten als Übersetzer. "Montags gab es einen britischen Abend, dienstags einen französischen, mittwochs einen amerikanischen und donnerstags einen deutschen Abschiedsabend", erzählt er. "Zeitgleich übte die Sowjetarmee hinterm Zaun. Das war kalter Krieg zum Anfassen."

Grenzöffnung nicht für möglich gehalten

Den Mauerfall am 9. November 1989 habe er am Fernseher verfolgt. "Ich konnte es nicht fassen", erinnert sich Hicks. "Ich dachte, dass sie die Grenze nach kurzer Zeit wieder abriegeln, aber nicht, dass daraus die Einheit entsteht." Es sei ein Glücksfall der Zeitgeschichte gewesen. Die Leistung der Bundesrepublik, die DDR aufzubauen, nennt er gigantisch.

Was Hicks mit Blick auf die Einheit besonders gefällt, ist, dass damals groß gedacht wurde. "Heute bekommen wir keine Busverbindung von Faßberg nach Munster hin, weil das zwei verschiedene Landkreise sind", kritisiert Hicks.

Erinnerungsstätte zeigt Geschichte der Luftbrücke

In der Erinnerungsstätte will er weiter die positive Geschichte der Luftbrücke erzählen, als aus Feinden Freunde wurden, und dazu auf die friedliche Revolution 1989 hinweisen – mit einem starken Monument der Erinnerungsgeschichte.

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