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Faßberg Denkmalschutz: Gehört Hakenkreuz-Glocke dazu?
Celler Land Faßberg Denkmalschutz: Gehört Hakenkreuz-Glocke dazu?
17:05 15.05.2019
Von Christopher Menge
Der Bau der Faßberger Michaelkirche wurde 1937/38 vom NS-Staat beauftragt. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Faßberg

Die Gruppe "Pro Glocke" werde ihre Bemühungen für den Verbleib der Glocke in der Michaelkirche in jetziger Form und Nutzung einstellen – so teilte es Hans Stenmans im Juni mit. Doch der Sprecher der Faßberger Gruppe wurde trotzdem nochmal aktiv. Er stellte beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege den Antrag, die Michaelkirche unter Denkmalschutz zu stellen. "Es ist eine von nur drei Simultankirchen in Deutschland", begründet Stenmans. Kann er so die Glocke, auf der ein zwei mal zwei Zentimeter großes Hakenkreuz und ein Luftwaffenadler abgebildet sind, doch noch retten?

Hakenkreuz-Glocke soll eigentlich ausgetauscht werden

Eigentlich ist längst entschieden, dass die Glocke ausgetauscht werden soll. "Die Glocke gehört dazu", betont allerdings Stenmans. Die komplette Kirche inklusive Inventar müsste unter Denkmalschutz gestellt werden.

Qualitätszirkel empfiehlt Eintragung in Liste der Kulturdenkmale

"Die Entstehungszusammenhänge begründen, in Verbindung mit der überkommenen Substanz, die als nahezu vollständig bezeichnet werden kann, die Denkmaleigenschaft des Objektes", sagt die Gebietsreferentin der Denkmalschutzbehörde Maja Albert. Dazu sei eine Denkmalwertbegründung erstellt worden, die unter anderem Archivunterlagen ausgewertet, ein Vergleichsobjekt in den Blick genommen und die künstlerische Ausstattung bewertet habe. "Das Objekt wurde im entsprechenden Fachgremium des Landesamtes, dem sogenannten Qualitätszirkel Inventarisation, vorgestellt und zur Eintragung in die Liste der Kulturdenkmale des Landes Niedersachsen empfohlen", so Albert. Nun werde das Ausweisungsverfahren mit der Anhörung der Eigentümer und der Gemeinde gestartet.

Bürgermeister Bröhl spricht von Baudenkmal

Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl findet es "im Grunde begrüßenswert", dass die Michaelkirche unter Denkmalschutz gestellt werden soll. "Es handelt sich um ein Baudenkmal aus einer bestimmten Zeit, das Merkmale hat, die es sonst nirgends gibt", so der Verwaltungschef. Das Landesamt für Denkmalpflege habe sich daher unabhängig von dem Antrag von Stenmans schon mit dem Thema beschäftigt. Bröhl glaubt allerdings nicht, dass die Glocke deswegen im Turm bleiben müsse. "Die Glocke ist ja Teil der Liturgie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie unter Denkmalschutz gestellt wird." Wenn eine Glocke beispielsweise nicht mehr funktionieren würde, müsste sie ja auch ausgetauscht werden können. Pastor Rudolf Blümcke war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

Kirche vom NS-Staat erbaut

Die heutige evangelisch-lutherische Michaelkirche war 1937/38 im Zusammenhang mit dem Flugplatz Faßberg gebaut worden. "Der Kirchenbau war ein Staatsbau und kein Bau der Institution Kirche und ist damit ein materielles Zeugnis der Aufhebung bestehender Grenzen zwischen NS-Staat und den Kirchen", sagt Albert. "Dies zeigt sich, als zeitgenössischer Befund, beispielsweise in der Verflechtung von christlichen Bildtraditionen mit nationalsozialistischer Ästhetik."

Was mit der Glocke passiert, wird das Verfahren nun zeigen ...

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