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Faßberg „Mister Müden“ kommt aus Brunsiek
Celler Land Faßberg „Mister Müden“ kommt aus Brunsiek
17:02 14.07.2011
Von Christoph Zimmer
Heidschnuckentag in Müden Quelle: Christoph Zimmer
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Müden (Örtze)

MÜDEN. Es sah so aus, als würde er das Blitzlichtgewitter der Kameras genießen, die nur auf ihn gerichtet waren. Die Haare an den Beinen, am Kopf und am Schwanz sind schwarz, sie leuchteten im Licht. Ein graues ist nicht dabei, in diesen Bereichen des Körpers hat er keine Wolle - genauso wie es die Rassenbeschreibung vorsieht. Für die 700 Besucher interessierte er sich gestern Morgen herzlich wenig, den Blick hatte er leicht gesenkt, die wunderbar geschwungenen Hornschnecken in die Kameras gehalten. Der grau gehörnte Heidschnuckenbock von Günter Rüpke aus Brunsiek ist gerade zum Mister Müden gewählt worden. Gleich neben dem Holzgatter am Heidesee in Müden gab es herrlich duftende Heidschnuckenbratwürste vom Grill.

Er habe einen beeindruckenden Bockcharakter, begründete einer der Preisrichter die Wahl des eineinhalb Jahre alten und 92 Kilogramm schweren mischwolligen Landschafs, „er hat eine beeindruckende Harmonie, die keine Wünsche offen lässt.“ Nach fachspezifischen Gesichtspunkten wie Bemuskelung, Exterieur, Fundament und Gehörn wurden die 40 Heidschnuckenböcke gekört. Körung, damit ist die Bewertung der Tiere nach Zuchtkriterien gemeint. Wenn die Hörner zu eng anliegen oder die Heidschnuckenböcke weiße Haare haben, wo keine weißen Haare sein dürfen, haben sie bei den Preisrichtern keine guten Karten.

Die hatte der Heidschnuckenbock von Günter Repke auch bei der anschließenden Versteigerung, für ihn gab es 1100 Euro. Der wertvollste Bock kam aber aus der Herde von Detlef Fischer aus Wietze, die als beste Herdensammlung ausgezeichnet wurde, er wurde für 1550 Euro versteigert. Für 600 Euro kamen die Böcke durchschnittlich unter den Hammer - eine Steigerung um knapp sechzig Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Vor einer Woche hat Günter Rüpke angefangen, den Heidschnuckenbock auf den großen Wettbewerb vorzubereiten, er hat Klauen geschnitten, Wolle geschoren, „ich habe ihm den letzten Schliff verpasst“, sagt der hauptberufliche Industriemeister mit einem Lächeln. Drei bis vier Stunden täglich nimmt seine große Leidenschaft in Anspruch, auf zwölf Hektar hat er im Sommer 100 bis 120 Heidschnucken. Im Winter sind es deutlich weniger, was nichts anderes bedeutet als: Viele von ihnen werden geschlachtet.

Das passende Rezept hat die Frau von Günter Rüpke. Ein bisschen Pfeffer und Salz, dazu Thymian und eine Kruste aus Honig und Senf. Ein Gedicht, sagt Elke Rüpke, die das Fleisch am liebsten mit Bohnen und Salzkartoffeln serviert.