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Faßberg Noch steht Investor-Angebot aber die Tür geht langsam zu
Celler Land Faßberg Noch steht Investor-Angebot aber die Tür geht langsam zu
13:47 13.06.2010
Karikatur Frassl Quelle: nicht zugewiesen
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Gerdehaus

Erste Graffities mit Sprüchen wie „Nazis raus“ wurden von Unbekannten in der vergangenen Woche an die Mauer des Landhotels Gerhus gesprüht. Die Behörden versuchen weiter, dass erst gar keine Neonazis in das Landhotel reinkommen.

Nach dem großen Rückschlag in den Verhandlungen über einen Verkauf suchen die Gemeinde Faßberg und der Landkreis Celle immer noch eine gütliche Einigung. „Die Option, sich für den Verkauf an einen Investor zu entscheiden, gibt es nach wie vor“, sagte Landrat Klaus Wiswe.

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750000 Euro hat der Investor der Familie Hennies geboten. Rechnet man die Fixkosten dazu wie Grundbucheintragung und Ähnliches liegt das Angebot bei 800000 Euro. „Diese Konstellation ist noch ein bisschen möglich, aber wenn sich Bedingungen ändern, wie zum Beispiel höhere Zinsen, ist das nicht aufrecht zu erhalten“, sagt Wiswe. Der Landrat macht zudem deutlich: Alle sind weit gegangen, „jetzt geht es keinen Schritt weiter mehr auf die Familie Hennies zu. Es ist dieses Angebot oder keines.“

Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte versteht nicht, warum die Familie Hennies das Angebot bisher ausgeschlagen hat. „Bei einer Zwangsversteigerung gilt normalerweise 70 Prozent des Verkehrswertes, eventuell sogar 60 Prozent. Mit diesem freihändigen Verkauf kommt der Eigentümer besser weg“, sagte Schlitte.

Harte Haltung: Sollte trotz aller Bemühungen doch der Fall eintreten, dass der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger aus Hamburg das Landhotel übernimmt, wird er wohl mit einigen Auflagen zu rechnen haben, bevor er die Immobilie wieder nutzen kann. „Das Hotel ist schon längere Zeit geschlossen. Für eine Neueröffnung würde ein komplett neues Antragsverfahren notwendig werden. Das würde nach den neusten Vorschriften geschehen müssen“, sagte Schlitte.

Auch Landrat Klaus Wiswe kündigte eine „sehr genaue Prüfung wie bei jedem anderen auch“ an. Aus seiner Sicht wären in dem Gebäude einige Vorinvestitionen nötig, wie zum Beispiel beim Brandschutz. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg und vielleicht endet er ja doch noch gütlich.

Nachdem es schon fast vorbei schien, droht jetzt wieder ein rechtes Schulungszentrum in der Nähe der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Karikatur: Frassl

Rechtsextremer will

Landhotel kaufen

Von Tore Harmening