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Faßberg Populäre Hits aus Oper und Co serviert
Celler Land Faßberg Populäre Hits aus Oper und Co serviert
13:19 13.06.2010
Gesangssolist Michael Doumas (Bass) mit seiner Klavierbegleiterin Leli Zhuang sowie dem Männerchor Müden-Faßberg und dem Klassikchor "Cantamus". Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Faßberg

Mit stehenden Ovationen feierten die über 300 Gäste des Jubiläumskonzertes die im Jahr 2000 zum Männerchor Müden-Faßberg zusammengeschlossenen Traditionschöre aus Müden (110 Jahre) und Faßberg (60 Jahre) sowie die Sängerinnen und Sänger des Klassikchores „Cantamus“ in der Faßberger Michael-Kirche. Unter der Leitung von Heinz Kröll servierte der rund 50-köpfige gemischt auftretende Chor populäre Hits aus Oper und Operette von Mozart bis Verdi.

Gastsolist des Konzertes war der Hamburger Sänger Michael Doumas (Bass), der – wie auch der Chor – von der bekannten heimischen Pianistin Leli Zhuang begleitet wurde. Sie legte eine bewegungsreiche, schillernde Lebendigkeit in die Musik und sorgte so für quasi „mitredende Figuren“ und eine schattierungsreiche Kulisse, vor der sich Arien und Chorsätze optimal entfalten konnten.

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Nuancenreich, voluminös und federnd gestalteten die Interpreten die Chorpassagen. Ob der dramatisch-sensible Gefangenenchor „Va pensiero“ aus Verdis „Nabucco“ oder der stimmungsvolle „Mondchor“ aus Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ oder das melancholische „Zarewitsch“-Medley von Lehár – Kröll wusste die Stärken des Doppelchores optimal zu nutzen. Gelungene Forte-/Piano-Kontraste und gefühlvoll gestaltete auf- und abschwellende Tonpassagen markierten sein auf Klangqualität ausgerichtetes Dirigat.

Doumas´ Interpretationsfähigkeiten waren wie geschaffen für die ausgewählten Buffo-Arien. Seine stimmliche Brillanz und die trefflichen Ausdrucksfacetten veredelten das Couplet vom „Borstenvieh und Schweinespeck“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß ebenso mit erfrischender Heiterkeit wie sie sich dem grimmig bissigen Wortwitz Lortzings und seinen amüsanten Melodien fügten wie etwa im „O sancta justitia“ aus „Zar und Zimmermann“ oder bei den „5000 Thalern“ des „Wildschütz“. Doumas mimte, inszenierte, gestikulierte, deklamierte und lebte seine Rollen und begeisterte nicht zuletzt in der Arie „Ich hab sie doch nur auf die Schulter geküsst“ mit beispielhafter Emphase.

Von Rolf-Dieter Diehl