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Faßberg Pflastersteine oder weniger Lärm?
Celler Land Faßberg Pflastersteine oder weniger Lärm?
06:00 06.06.2019
Von Christopher Menge
Die Hauptstraße in Müden ist als Landesstraße einer hohen Belastung ausgesetzt. Es haben sich zwei Lager gebildet:Der eine Teil will das historische Pflaster erhalten, der andere will den Lärm reduzieren. Quelle: Christopher Menge
Müden (Örtze)

Lange Zeit verfolgte Wolfgang Niemeyer die Diskussion über die Zukunft der Hauptstraße in Müden, doch dann meldete sich der 75-Jährige zu Wort: „Es wäre schön, wenn Sie die Anwohner im Auge behalten – es hilft nichts anderes als eine Asphaltstraße.“ Der Verkehr werde sich noch deutlich erhöhen. „Sie kriegen da kein Auge zu“, sagte Niemeyer. „Und wenn in Oberohe die Ferienhäuser gebaut sind, fahren 300 Camper zusätzlich durch Müden.“ Laut Verkehrsmengenkarte aus dem Jahr 2015 passieren täglich etwa 3900 Fahrzeuge und 100 Lkw die Hauptstraße. Schließlich handelt es sich hier um eine Landesstraße. Wie die Pflasterstraße in Zukunft aussehen soll, darüber wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Faßberg, zu der etwa 50 Bürger gekommen waren, leidenschaftlich diskutiert.

Hauptstraße seit 15 bis 20 Jahren ein Thema

„Das Thema beschäftigt uns schon mindestens 15 bis 20 Jahre“, sagte der Ausschussvorsitzende Volker Nickel (CDU). „Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir in die tiefergehende Planung einsteigen wollen.“ Schließlich wolle man vorbereitet sein, wenn die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Straße sanieren wolle. „Ich plädiere dafür, dass wir Herrscher des Handelns bleiben“, sagte der Faßberger Ratsherr Peter Pudschun (CDU).

Doch die Meinungen der Anwesenden gingen weit auseinander. „Es gibt zwei Lager“, sagte Nickel. „Diejenigen, die die historische Straße erhalten wollen, und diejenigen, die die Lärmentwicklung sehen.“

Land bezahlt Sanierung der Straße

Fakt ist, dass das Land die Sanierung der Straße grundsätzlich bezahlt. Mehrkosten für eine besondere Fahrbahngestaltung – zum Beispiel wie bisher mit Pflastersteinen – müsste aber die Gemeinde tragen, die sowieso für die Parkanlagen, Rad- und Fußwege sowie die Beleuchtung zuständig ist. „Diese Kosten können aber auf die Anlieger umgelegt werden“, sagte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Stephan Fähndrich. „Die Mehrkosten für die Fahrbahngestaltung muss die Gemeinde alleine tragen. Sie sind nicht umlagefähig.“ Das Land würde das Asphaltband zahlen.

Hauptstraße nicht historisch?

Das wollen mehrere Bürger aber nicht auf der Hauptstraße sehen. „Das Pflaster soll erhalten bleiben, es sorgt für eine besondere dörfliche Atmosphäre“, sagte eine Müdenerin. Helmut Eggers, direkter Anlieger, fühlt sich dagegen „sehr durch den Lärm gestört“. Er sprach sich dafür aus, die Außenbereiche mit dem Pflaster zu gestalten. Herbert Cassier sagte, dass für ihn die Straße nicht historisch sei. „Sie wurde 1932 gebaut“, sagte er.

Regenwasserentwässerung muss berücksichtigt werden

Vor der Diskussion hatte Dirk Rother vom Ingenieurbüro Heidt + Peters die Ergebnisse der Grundlagenermittlung und der Entwurfsvermessung vorgestellt. Er zeigte die Vorgaben auf, die für eine Landesstraße gelten. Die Fahrbahn muss zum Beispiel mindestens 6,50 Meter breit sein, damit zwei Busse aneinander vorbeifahren können. Zudem sei die Regenwasserentwässerung zu berücksichtigen. Bisher läuft ein Teil in die Wietze, der andere in die Örtze – aber das ist nicht mehr zulässig. Außerdem stellte er in Frage, ob Tempo 30 auch bei einem besseren Zustand der Straße gelten würde.

Ideen können ans Bauamt gemeldet werden

Eine Arbeitsgruppe soll sich nun mit der Ideensammlung beschäftigen. Ideen können per E-Mail an bauen@fassberg.de gemeldet werden.

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