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Faßberg Private Flächen stärker betonen
Celler Land Faßberg Private Flächen stärker betonen
16:49 19.03.2019
Faßberg

Wie geht es mit der Schwagenscheidt-Siedlung in Faßberg weiter? Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences haben Pläne und Ideen ausgearbeitet, wie die Gemeinde für Bewohner und Touristen attraktiver gestaltet werden kann. Diese Pläne werden seit Freitag in der Ausstellung „DENKmal an Faßberg“ gezeigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Schwagenscheidt-Siedlung, die als eine Problemzone Faßbergs gilt.

Gemeinschaftsflächen in Vordergrund stellen

Der favorisierte Plan der Studenten sieht vor, die Gemeinschaftsflächen der Siedlung in den Vordergrund zu stellen. Walter Schwagenscheidt (1886-1968) war bekannt für ein offenes Konzept mit u-förmig angelegten Straßen und mehreren Baugruppen auf separaten Grundstücken, die im 90-Grad-Winkel zueinander stehen. Die dadurch gebildeten Innenräume der Hausgruppen seien ein perfekter Ort, um öffentliche Gemeinschaftsflächen zu schaffen, die von allen Bewohnern bei Straßenfesten oder Nachbarschaftsgrillen genutzt werden könnten, so die Frankfurter Studenten. Teil des Plans sei daher auch eine klare Aufteilung der bisher undefinierbaren Räume in private und öffentliche Flächen sowie die Schaffung neuer Parkplätze abseits von Spielplätzen und Grünflächen.

Studenten schlagen private Gärten vor

Die angehenden Bauingenieure, Geografen und Architekten schlagen vor, die halböffentlichen Rasenflächen zu privatisieren und somit Gärten zu schaffen, die bisher als Rückzugsorte noch nicht vorhanden sind. Ein weiteres Hauptaugenmerk sei eine bessere Wegestruktur und die Verbindung der vier Komplexe der Siedlung. Zu beachten sei dabei jedoch, den Charakter der Siedlung nicht zu zerstören, betonen die Studenten. Ein großer Bonus sei der Wald, der im Rahmen potenzieller Bauvorhaben nicht abgeholzt oder verändert werden sollte. Die Lage der Siedlung – zentrumsnah und doch mit der Heide direkt im Umland – sei etwas Besonderes und könne in den Vordergrund gestellt werden. "Die Pläne sind Meinungen angehender Fachleute. Ich hoffe, die Gemeinde findet Inspiration für Veränderungen", sagte Städtebau-Professorin Maren Harnack, die das Seminar geleitet hat.

Bürgermeister nimmt Vorschläge zur Kenntnis

Bürgermeister Frank Bröhl zeigte sich offen für die Vorschläge: "Im Hinblick auf den demografischen Wandel und die Bedeutsamkeit des Naturschutzes müssen wir darauf achten, nicht nach außen zu wachsen, sondern uns nach innen zu verdichten." Eine Modernisierung und Sanierung im Rahmen der Denkmalschutzauflagen habe daher besonders bei der Schwagenscheidt-Siedlung Priorität. Seit mehreren Jahren kämpft die Gemeinde mit einem etwa 50-prozentigen Leerstand der 287 Wohnungen. Die Schwagenscheidt-Siedlung gehört der Unternehmensgruppe Peach Property Group aus der Schweiz. „Wir optimieren die Siedlung seit 2016 erfolgreich schrittweise für die Bestandsmieter und sanieren sie nachfrageorientiert für junge Familien, Senioren, Soldaten und Azubis – mit viel Engagement auch im öffentlichen Raum“, sagte Swen Bosser für das Unternehmen.

Ausstellung im Rathaus

CDU-Ratsherr Volker Nickel erklärte, eine Belegung der Siedlung von 80 Prozent wäre für die Zukunft ein guter Anfang. Für die Ausarbeitung des Innenhof-Konzeptes sei es wichtig, dass die Bürger sich gemeinsam mit der Gemeinde an Plänen beteiligen würden, damit die Bewohner eine Verbesserung erfahren würden. "Nur in Zusammenarbeit mit den Bürgern können wir die richtige Entscheidung treffen, in welche Richtung wir als Kommune gehen wollen", ergänzte Bröhl. Die Ausstellung ist noch bis Ende der Woche während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Von Mara-Ann Meeuw

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