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Faßberg Französisches Flair in uriger Scheune
Celler Land Faßberg Französisches Flair in uriger Scheune
09:38 11.06.2019
Philip Richert alias Lulu Mimeuse auf dem Winkelhof in Müden. Quelle: Kirsten Pröve-May
Müden (Örtze)

Ein Norddeutscher vor norddeutschem Publikum, wenn das mal klappt ... – Aber es klappte, und das, obwohl Lulu Mimeuse sonst auf internationalen Bühnen zu finden ist. „Gestern noch Montmartre mit 15.000 Zuschauern, heute Müden mit 250“, aber, wie er/sie selbst sagt: „Ich brauche keine Tourneen, keine CDs, ich brauche nur die Kohle!“ Und manch ein Zuhörer lauschte seinen Ausführungen nicht zum ersten Mal, schließlich war sie anlässlich ihres „40-jährigen Bühnenjubiläums“ schon zum dritten Mal in Müden auf dem Winkelhof. Echte Fans eben, und nach diesem Abend war die Fangemeinde sicherlich noch angewachsen.

Kontakt mit dem Publikum

Lulu Mimeuse erobert die Bühne vom ersten Moment an. „It’s Showtime“ singt sie – oder im Anschluss „Puttin’ on the Ritz“ (Irving Berlin, 1929) – und kommt auch sogleich in Kontakt mit dem Publikum, vornehmlich mit den ersten drei Zuschauerreihen. Da aber die Scheune unbeleuchtet ist und man niemanden erkennt, wird auch niemand vorgeführt.

Glaubhaft

Die Künstlerin kommt zwischen ihren musikalischen Darbietungen auch immer wieder ins Plaudern, erzählt von ihrer Wohngemeinschaft mit Marlene Dietrich und ihren Wochenmarktbesuchen mit Edith Piaf in Paris, und obwohl man genau weiß, dass das alles ein bisschen ausgedacht ist, kommt es dennoch glaubhaft rüber.

Starke Wandlungsfähigkeit

Das gilt auch für die dargebotenen Lieder, wie die bekannten „Johnny, wenn du Geburtstag hast“ (Marlene Dietrich) oder „Nur nicht aus Liebe weinen“ (Zarah Leander), und ganz besonders für die ruhigeren Momente: „Was soll das Gejammer? Wenn deine Küsse ihn nicht halten können, deine Tränen bringen ihn nicht zurück. Hör auf zu heulen und such dir einen neuen!“ Und auch die Parodie auf Adolf Hitler und sein neues „Duftwässerchen“ – „riecht imposant und nach Schäferhund“ – gelingt super. Genau wie das Lied über einen Umzug nach Wien, obwohl gerade eine Wohnung in Berlin-Mitte mit Zentralheizung angemietet wurde. Das Ganze dargeboten als Rap – der ausgebildete Schauspieler und Sänger verblüfft mit dieser starken Wandlungsfähigkeit.

Wunderschöne Kostüme

Aber natürlich gefällt er vor allem als Lulu Mimeuse, in diesen wunderschönen Kostümen, den Perücken, der Bühnenpräsenz und natürlich mit den drei Musikern Mia Teofilova (Piano), Henning Thomsen (Schlagzeug) und Sebastian Brand (Bass), die auch ihr Fett wegkriegen und trotzdem gut gelaunt weitermachen. Man kann ihr/ihm einfach nicht böse sein!

Melancholische Zugabe

Die Zugabe zeigt ihn noch einmal von seiner melancholischen Seite – die Zuhörer lauschen gebannt, bis er noch einmal umschwenkt und einen alten Klassiker zum Besten gibt. Danach mischt er sich in seinem weißen „Udo-Jürgens-Gedächtnisbademantel“ unter das Publikum, das ihn vor der Scheune schon erwartet. Starker Typ, dieser Philip Richert!

Von Kirsten Pröve-May

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