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Faßberg Sicherheitsmängel am Fliegerhorst
Celler Land Faßberg Sicherheitsmängel am Fliegerhorst
17:42 07.07.2011
Sicherheitsmängel in Faßberg Quelle: nicht zugewiesen
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Faßberg

Mit einem offenbar 15 Jahre alten und damit veralteten Truppenausweis ist es einem Team des ARD-Magazins Report Mainz ohne Schwierigkeit gelungen, auf den Fliegerhorst in Faßberg zu gelangen. Die Reporter filmten dabei mit versteckter Kamera und spazierten bis in die Hallen, in denen die Hubschrauber stehen, ohne dass sie behelligt wurden. Bei der Einlasskontrolle wurde der Reporter vom Wachpersonal nur freundlich darauf hingewiesen, dass er das nächste Mal seinen Ausweis an der Schranke einfach in die Kamera halten könne.

Die Journalisten gingen bei ihrem Besuch auch in die Gebäude und Büros, lasen wie im Bericht zu sehen ist, vertrauliche Dokumente und ließen sich von einem vorbeigehenden Soldaten zwanglos den Weg zum Kommandeur der Technischen Schule der Luftwaffe 3, Oberst Rainer Steinohrt, erklären.

Ein Sprecher der Technischen Schule verwies darauf, dass das Wachpersonal korrekt gehandelt habe, weil Truppenausweise immer ihre Gültigkeit behalten, egal wie alt sie sind. Die Ausweise müssten normalerweise abgegeben werden, wenn die Dienstzeit zu Ende sei.

Es liegt also ein Vergehen des Vorzeigenden vor, der den Ausweis behalten und sich so Zutritt verschafft hat. Dumm ist nur, dass ein Terrorist wohl dieses Vergehen in Kauf nehmen würde, wenn er denn Schaden in der Kaserne anrichten wollte und nur geringe Gewissensbisse hätte.

Der ehemalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe sagt in dem Bericht, dass die Bundeswehr schon früher von den Sicherheitsmängeln intern gewusst und er mehrfach Verbesserungen angemahnt habe. Passiert sei aber nichts. „Die Bundeswehr hat insgesamt noch nicht begriffen, dass in Zeiten von Al Quaida der Schutz von ihren Liegenschaften oberste Priorität hat“, so Robbe.

Auch im Verteidigungsministerium klingt es zumindest so, als ob die Aussage aus Faßberg, es sei doch alles in Ordnung und der andere im Unrecht gewesen, nicht wirklich reicht. Wie ein Sprecher der CZ sagte, nehme man die Darstellung in dem Bericht sehr ernst. Soldaten und zivile Beschäftigte seien für die Arbeit ausgebildet, aber jeder Wachhabende müsse das Gelernte auch vor Ort anwenden.

Das Verteidigungsministerium will die einzelnen Fälle prüfen, um dann mögliche Konsequenzen daraus abzuleiten. Wie lange, die Prüfung dauern wird, konnte der Sprecher nicht sagen. Auch die Frage nach personellen Konsequenzen blieb zunächst unbeantwortet. Intern, und da dürfte der Moderator Fritz Frey der Sendung Report wohl Recht haben, dürften „einige Soldaten einiges zu hören bekommen haben“.

Von Tore Harmening