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Faßberg Sorge um die Örtze
Celler Land Faßberg Sorge um die Örtze
14:49 13.06.2010
Herr v. Harling zeigt auf Dinge, die seiner Meinung Bedenklich sind Quelle: Udo Genth
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Faßberg

MÜDEN. Stunde um Stunde läuft das Wasser über die großen Rohre vom Heidesee in die Örtze. So langsam leert sich das Gewässer in Müden. Doch genau dieser Umstand bereitet Hans-Jürgen von Harling Sorgen. „Durch diese Aktion gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Organismen wie Fischbrut von nicht fliessgewässertypischer Arten in die Örtze eindringen und den Wert des FFH-Gebietes unwiederbringlich und nachhaltig schädigen“, sagt der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Örtze, der auch Vorsitzender der Interessengemeinschaft Örtze ist. Das Gitter vor den Schläuchen sei viel zu grobmaschig, um das zu verhindern.

Von Harling sieht auch ein Problem, das durch den Schlamm entstehen könnte. „Wenn der sich zwischen die Kiesbänke setzt, erstickt die Fischbrut einfach“, erklärt er das Problem aus seiner Sicht. Außerdem könnten Schwierigkeiten bei Temperaturunterschieden entstehen, obwohl er das durch die derzeit niedrigen Temperaturen noch für das geringste Problem hält.

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Insgesamt ist er einigermaßen erstaunt darüber, dass er von den Plänen zum Ablassen erst aus der Zeitung erfahren hat. „Ich hätte mir da schon eine Einbindung gewünscht“, sagt von Harling.

Kreisrat Gerald Höhl weist die Kritik zurück. „Die Probleme, die Herr von Harling anspricht gibt es in dieser Form nicht“, sagt Höhl. Das Gitter vor den Schlauchenden sei mit einer Breite von zwei Zentimetern ausreichend. „Nach Meinung der Experten dient das, was dann noch durchkommt, als Futter und ist nicht schädlich“, so Höhl. Der Schlamm würde sich durch das Abpumpen nicht vom Grund lösen, daher wäre auch diese Sorge unbegründet. Zudem sei durch den Winter der Temperaturabstand meilenweit entfernt von den von den Richtlinien geforderten zehn Grad als Maximalwert.

Auch den Vorwurf schlechter Kommunikation weist Höhl zurück. Dieter Kreuziger von der Angelsportgemeinschaft Müden sei über die gesamte Aktion informiert gewesen. Höhl: „Der Kreis hat angenommen, dass das untereinander weitergetragen wird.“

Von Tore Harmening