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Faßberg Landpartie startet mit intelligentem Dialogwitz
Celler Land Faßberg Landpartie startet mit intelligentem Dialogwitz
17:58 26.05.2019
Bei der Premiere der „Sonny Boys“ auf dem Winkelhof in Müden gab es mit Alex Friedland (links) und Johann Schibli viel zu lachen. Quelle: Oliver Knoblich
Müden (Örtze)

Ein amüsantes Stück, einen idyllischen Spielort, ein erwartungsfrohes Publikum und optimales Wetter für eine Oper-Air-Aufführung – die besten Voraussetzungen also für den Start in die „Landpartie“ des Celler Schlosstheaters. Und tatsächlich hätte die „irgendwie Vorab-Premiere“ von Neil Simons Komödie „Sunny Boys“ auf der improvisierten Bühne des Müdener Winkelhofs nicht besser laufen können: Ein vielversprechender Anfang mit einem feinsinnigen Gute-Laune-Klassiker, stimmig und mit Fingerspitzengefühl von Andreas Döring (Regieassistenz Simon Klösener) inszeniert. Die meisten Zuschauer hatten sich ihre Karten schon im Vorverkauf gesichert. Man kam frühzeitig und genoss die Leckereien des Winkelhof-Teams. Die Vorfreude war greifbar, die Reihen voll besetzt. Nachdem sich auch die dunklen Wolken verzogen hatten, stand einem gelungenen Start in die neue Saison der Schlosstheater-Landpartie nichts mehr im Wege.

Ironie aus realem Leben

Während das „Offizielle“ (Begrüßungs- und Dankesworte) kurz abgehandelt wurden, machte es sich „Willie Clark“ (Johann Schibli) im Lieblingspyjama schon mal im Lieblingssessel bequem. Schibli glänzt in seiner Rolle als in die Jahre gekommener, eigenwillig-sturer und bissiger Schauspieler. Einst als Teil des Comedian-Duo „Lewis & Clark“ groß gefeiert, kämpft er heute gegen das Vergessen und Vergessenwerden. Sein Mit- und Gegenspieler „Al Lewis“ – neckische Ironie aus dem realen Leben zweier langjähriger Kollegen – wird von Jürgen Kaczmarek gespielt (als Schauspieler des Celler Schlosstheaters in Ruhestand und hier quasi in einer „Gastrolle“ zu sehen). Gemeinsam hatten sie 43 Jahre lang als Komikerpaar auf der Bühne gestanden und in gepflegter Hassliebe Erfolge gefeiert. Bis sich Al ohne Vorwarnung aus dem Showbiz zurückzog und Willie im Regen stehen ließ. Eine Entscheidung, die nach zwölf Jahren Funkstille und anhaltendem Groll noch Klärungsbedarf hätte – wenn Willie sich auf irgendeine Art Kontakt einließe. Stattdessen schmollt er und verlässt sein Appartement höchstens einmal für einen der raren Werbesports, die ihm sein Neffe und Manager „Ben Silverman“, alias Alex Friedland, verschafft. Die Situation spitzt sich zu, als beide Alt-Entertainer noch einmal gemeinsam vor die Kamera treten sollen …

Beste Screwball-Manie

Zwischen Wortklaubereien und intelligentem Dialogwitz, Situationskomik und Slapstick entwickelt sich eine fein-vielschichtige, auch tiefgründig und bittersüße Komödie. In bester Screwball-Manie werden männliche Macken karikiert, aber auch weibliche Tugenden auf die Schippe genommen. Frieder Jansen zieht als Zuschauer Bilanz: „Ich hatte mich auf einen vergnüglichen Theaterabend gefreut, aber das übertrifft meine Erwartungen. Hier stimmt einfach alles – die Stückauswahl, eine großartige Inszenierung und ein wirklich wunderbares Ambiente.“

Weitere Termine: 31. Mai, Wathlingen, 4-Generationen-Park; 2. Juni, Winsen, Heimatmuseum; 7. Juni, Eschede, Heidegut; 13. Juni, Hustedt, Heimvolkshochschule; 15. Juni, Wieckenberg, Kothenhof; 21. und 22. Juni, Wienhausen, Kulturhaus; 23. Juni, Winsen, Café nebenan; 25. Juni, Nienhagen, Herzogin-Agnes-Platz; 28. Juni, Nienhof, Dorfplatz, und 30. Juni, Hermannsburg, Heimatmuseum

Von Doris Hennies

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