Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Faßberg Müdener wollen ihren Aalfang retten
Celler Land Faßberg Müdener wollen ihren Aalfang retten
18:01 15.04.2019
Von Christopher Menge
Der Aalfang in der Wietze in Müden soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Müden

Ein fast schon vergessenes und sehr seltenes Bauwerk steht heute noch in Müden in der Wietze auf dem Peets-Hof. Gut, es ist nicht mehr ganz taufrisch und nur noch in Teilen vorhanden, aber dennoch gibt dieses historische Bauwerk und Kulturgut Einblicke in längst vergangene Bewässerungstechniken und Methoden des Fischfangs. Die Eigentümerfamilien Tewes und Völker, der Förderkreis NaturHeimat Müden und die Gemeinde Faßberg haben sich nun zum Ziel gesetzt, den Aalfang bis zum Jubiläumsjahr „1000 Jahre Müden“ 2022 zu retten, wieder vollständig instand zu setzen und der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen.

Wiesen und Felder bewässert

Bei den sogenannten „Rieselwiesen“ wurden mithilfe von Wehren und Staustufen Flüsse so aufgestaut, dass sie kontrolliert werden und, wann immer notwendig, über die Ufer treten konnten. Somit wurden die umliegenden Wiesen und Felder sanft bewässert und gleichzeitig gedüngt.

Fischfangrecht weitervererbt

Schlaue Zeitgenossen und solche, die sich mit dem Fischfang einen Nebenverdienst sichern wollten, konnten ein offizielles Fischfangrecht für eine solche stationäre Anlage bekommen, welches dann von Generation zu Generation weitervererbt wurde.

Dazu wurde in einer Staustufe eine Art Holzkiste mit kleinen Spalten oder auch Löchern so installiert, dass ein Teil des Wassers des Flusses samt Fischen durch sie hindurchfloss. Um eine Verstopfung mit Treibgut zu vermeiden, baute man diese Wehre mit Aalfang gern in Kurven und den eigentlichen Aalfang dann an der innen liegenden Seite. Täglich musste man dann nur noch den Aalfang kontrollieren und seine „Ernte“ einsammeln. Frisch geräucherter Fisch versorgte somit das Dorf und stellte eine wichtige Ergänzung zur täglichen Nahrung der schwer arbeitenden Landbevölkerung dar.

Heute werden keine Fische mehr gefangen

Wenn der Aalfang renoviert ist, wird er allerdings nicht wirklich funktionieren. „Es soll alles nur hundertprozentig authentisch aussehen und sich auch an historischen Vorgaben orientieren“, sagt Frank Dening, Schriftführer des Förderkreises NaturHeimat. „Es werden dort keine Fische mehr gefangen und auch kein Wasser aufgestaut.“

Baukosten noch unklar

Als Projektleiter wurde Hans Jürgen Dralle aus Baven gewonnen. Seine Aufgabe ist nun, das gesamte Projekt zu koordinieren und die verschiedenen Parteien zusammenzuführen. Die ersten zwei Treffen haben bereits stattgefunden. Genauere Zahlen zu den gesamten Baukosten müssen aber noch ermittelt werden.

Fotos vom Aalfang gesucht

Die Projektgruppe sucht Fotos und Geschichten vom Müdener Aalfang sowie Unterstützer für das Projekt. Weitere Infos gibt es unter www.foerderkreis-muedenoertze.de oder unter Telefon (05053) 456.