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Hambühren Hambührener unterliegt vor Gericht
Celler Land Hambühren Hambührener unterliegt vor Gericht
17:51 19.02.2019
Von Simon Ziegler
Hambühren

Wegweisendes Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) in Celle: Das Abflammen von Unkraut mit einem Gasbrenner bei windigem Wetter kann richtig teuer werden, wenn grob fahrlässig gehandelt wird.

Lehrling hatte Haus in Brand gesetzt

Hintergrund ist die Klage eines Malermeisters aus Hambühren, der im Sommer 2015 mit seinem Auszubildenden rund um sein Wohnhaus sauber machen wollte. Der Mann habe nach OLG-Angaben seinen Lehrling angewiesen, das in den Pflasterfugen vorhandene Unkraut mit einem Brenner durch Abflammen zu vernichten. Zwischen der gepflasterten Fläche und dem Grundstück des Klägers befand sich aber eine Lebensbaumhecke. Diese ging während der Unkrautbeseitigung in Flammen auf. Das Feuer griff auf das Gebäude über und verursachte einen Schaden von 150.000 Euro. Am Schadentag hatte es eine Windstärke von "5 Beaufort", also frischen Wind gegeben.

Grobe Fahrlässigkeit des Klägers

Der Handwerker hatte für sein Wohngebäude eine Versicherung abgeschlossen, die auch Feuerschäden umfasste. Der Gebäudeversicherer erkannte nach OLG-Angaben zwar seine Leistungspflicht für den Schaden an, kürzte die Entschädigungsleistung aber um 30 Prozent, weil der Kläger grob fahrlässig gehandelt habe. Dagegen hatte sich der Hambührener gewandt und vor dem Landgericht Lüneburg auch den Differenzbetrag verlangt.

Celler OLG bestätigt Landgericht

Das Landgericht wies die Klage ab und bestätigte den Versicherer, wonach der Kläger den Feuerschaden grob fahrlässig herbeigeführt habe. Grobe Fahrlässigkeit liege vor, wenn die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wird, indem "schon einfachste, ganz naheliegende Überlegungen nicht angestellt werden", hieß es. Nach Ansicht des Landgerichts habe dem Kläger die Gefahr von Funkenflug im Zusammenhang mit der Unkrautbeseitigung bei Wind einleuchten müssen.

Höherer Abzug wäre gerechtfertigt

Das wollte der Maler aus Hambühren nicht akzeptieren und legte Berufung ein. Doch er hatte keinen Erfolg. Das Oberlandesgericht Celle entschied, dass die Leistungen aus der Versicherung mit Recht um 30 Prozent gekürzt wurden. Sogar ein Abzug von 40 Prozent wären gerechtfertigt gewesen. Dieser Beschluss wurde schon Ende 2017 gefasst, aber vom Gericht erst gestern veröffentlicht. Die Entscheidung sei ihm erst jetzt bekannt geworden, sagte ein Sprecher der CZ. Mit Blick auf das Frühjahr und anstehende Unkrautarbeiten wollte er den Beschluss der Öffentlichkeit aber nicht vorenthalten.

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