Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Hambühren Am 19. Mai 1909 floss erster Strom aus Oldau
Celler Land Hambühren Am 19. Mai 1909 floss erster Strom aus Oldau
13:18 13.06.2010
Hallo lieber Herr Ziegler, ich hoffe, dass Sie Heiner Lammers noch gut erreicht haben - und er seinen Standpunkt darstellen konnte. Hier nun also die Geschichte zum Dampfkraftwerk Oldau mit Foto - (BU: Carlo Pruchniewski hat seine Unterlagen zum Dampfkraftwerk immer griffbereit.) Schöne Grüße, lhb Quelle: nicht zugewiesen
Anzeige
Oldau

Nein, aus eigener Anschauung kenne er das Kohlekraftwerk in Oldau nicht. Dazu sei er dann doch zu jung, betont Carlo Pruchniewski. Er ist Jahrgang 1940. Da war das Kohlekraftwerk, das 1909 auf dem Südufer der Aller in Oldau gebaut wurde, bereits wieder abgerissen. Aber durch zahlreiche historische Fotografien und Zeichnungen könne man sich ein gutes Bild über den Zustand und die gewaltigen Ingenieurleistungen von vor 100 Jahren machen. „Das ist schon toll, was damals entwickelt und konstruiert wurde“, drückt Pruchniewski seinen Respekt aus.

Deshalb wird der Heimatverein Hambühren an die Zeit vor 100 Jahren erinnern, denn genau am 19. Mai 1909 lieferte das Kohledampfkraftwerk ersten Strom in das Erdölfördergebiet von Wietze. „Hier ist die Keimzelle der Elektrifizierung der Südheide“, behauptet der frühere Flugingenieur Pruchniewski, der sich seit rund drei Jahren um die technischen Belange des Heimatvereins kümmert.

Anzeige

Auf zwei separaten Trassen sei damals das Erdölgebiet in Wietze mit Strom aus dem Kohlekraftwerk versorgt worden. „Das war auch ein wirtschaftlicher Kreislauf: Kali von hier nach Bremen und Kohlen aus Bremen hierher.“ Bis dann 1911 die Stromerzeugung um das kostengünstigere Wasserkraftwerk ergänzt wurde.

Pruchniewski hat jetzt bereits eine Francis-Schacht-Turbine überarbeitet und als Ausstellungsstück präpariert, denn die Energiegewinnung steht thematisch im Mittelpunkt des zirka 100 Quadratmeter großen Infopavillons des Heimatvereins. Rund 30 bis 40 Gruppen kommen jährlich, um sich mit dem Thema Energie zu beschäftigen – per Rad, per Bus, per Schiff oder zu Fuß. Die Gemeinde Hambühren hat 1997/98 das Gebäude auf der acht Hektar großen Allerinsel gebaut und zwei Jahre später an den Verein übergeben.

Nun denkt Pruchniewski daran, eine Kaplan-Turbine und eine Pelton-Turbine zur Anschauung aufzustellen. „Von dem bisherigen klappbaren Nadelwehr in Bannetze kommen nach Fertigstellung des Schlauchwehres etliche Holznadeln als Anschauungsobjekte zu uns“, ist der 69-jährige Ruheständler erwartungsfroh. Und die Verbindung zwischen dem benachbarten Wasserkraftwerk, das seit 1972 als technisches Denkmal geschützt ist, und dem geplanten Wasserkraftrad in Bannetze scheint ihm eine interessante Zukunftsperspektive zu sein.

Von Lothar H. Bluhm