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Hambühren Neues Gymnasium wird konkreter
Celler Land Hambühren Neues Gymnasium wird konkreter
08:00 19.05.2019
Von Simon Ziegler
In der früheren Haupt- und Realschule in Hambühren sind derzeit das Kreismedienzentrum und die Sprachheilschule untergebracht.In Zukunft könnten hier Gymnasiasten unterrichtet werden.
Hambühren

Bisher waren es nur vage Pläne, jetzt kommt richtig Bewegung in die Sache: Der Landkreis Celle schlägt offiziell vor, in den Schulgebäuden an der Hambührener Versonstraße eine Außenstelle des Celler Hermann-Billung-Gymnasiums im Bereich der fünften bis siebten Klassen einzurichten. Die Hambührener Außenstelle sollen ausschließlich Schüler des Westkreises, also aus Hambühren, Wietze und Winsen besuchen. Auf lange Sicht soll dann überprüft werden, ob aus dem neuen Schulangebot ein eigenständiges Gymnasium erwachsen soll.

Im Juni fällt die Entscheidung

Über den Vorschlag der Außenstelle diskutiert am Mittwoch, 22. Mai, der Schulausschuss des Celler Kreistages. In dem Gremium wird noch keine Entscheidung fallen. Allerdings dürfte es einen deutlichen Fingerzeig geben, ob die Vorstellungen der Landkreis-Verwaltung in der Politik mehrheitsfähig sind. Den endgültigen Beschluss wird der Kreistag am 18. Juni fassen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Die Variante pro Hambühren kommt nicht überraschend, schließlich würden dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Raumprobleme des HBG würden gelöst und der Celler Westkreis bekäme das vehement geforderte gymnasiale Angebot – auch wenn es zunächst „nur“ in Form einer Außenstelle wäre.

Schülerzahlen geben Gymnasium her

Konkret schlägt der Landkreis jetzt vor, mit der HBG-Außenstelle in Hambühren zum Schuljahr 2020/21 zu beginnen. Zum Schuljahr 2021/2022 soll dann überprüft werden, ob die Außenstelle in ein aufwachsendes eigenständiges Gymnasium überführt wird. Voraussetzung dafür sei, dass die vier Gymnasien in Celle in ihrem Bestand nicht gefährdet werden, heißt es. Die Schülerzahlen würden ein eigenständiges Gymnasium im Westkreis hergeben. „Unter der Annahme, dass 90 Prozent der Schüler aus dem Westkreis das zukünftige Gymnasium anwählen, wäre bei der aktuellen Schülerzahl von einer knappen Vier-Zügigkeit auszugehen“, so der Landkreis.

Neubau kostet 32,5 Millionen Euro

„Aus unserer Sicht ist Hambühren ein guter Standort für ein eigenständiges Gymnasium“, sagt Kreisdezernent Bernd Niebuhr. Auch aus finanziellen Gründen spräche viel für die Hambühren-Variante. Schließlich wird der Neubau eines Gymnasiums inklusive einer Sporthalle mit 32,5 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kämen die Kosten für ein Grundstück und für Sportstätten im Freien. Gegen Hambühren spricht die Nähe zu Celle. Zwar würden sich die Fahrtzeiten für Schüler aus Winsen und Wietze verringern, aber nicht in dem Maße, wie sich das Eltern und Politiker vor allem in Winsen vorstellen.

Medienzentrum und Sprachheilschule in Hambühren

Das Grundstück an der Versonstraße in Hambühren mit zwei Schulgebäuden, einer Sporthalle, Parkplätzen sowie einer Sportstätte mit 100-Meter-Bahn und Mehrzweckplatz befindet sich im Eigentum des Landkreises. Momentan wird ein Großteil der Räume von Gebäude I durch das Medienzentrum sowie übergangsweise durch die Sprachheilschule genutzt. Gebäude II steht derzeit für schulische Zwecke nicht zur Verfügung. Sollte eines Tages ein eigenständiges Gymnasium errichtet werden, könnte dieses Gebäude abgerissen und ein Neubau anvisiert werden.

Grundsatzfrage völlig offen

Kreisdezernent Niebuhr betont auf Nachfrage, dass es völlig offen sei, ob und wo im Westkreis eines Tages ein Gymnasium errichtet wird. Die Einrichtung einer HBG-Außenstelle in Hambühren nehme diese Entscheidung nicht vorweg. Kurz gesagt: Die Politik muss entscheiden, Geld in einen Neubau zu stecken oder die vorhandenen Strukturen zu nutzen.

Die öffentliche Sitzung des Kreisschulausschusses beginnt am Mittwoch, 22. Mai, um 14.30 Uhr im Kreistagssaal in Celle, Trift 26.

Meinung von Simon Ziegler

Abwägen

Der Vorschlag der Landkreis-Verwaltung, in Hambühren eine Außenstelle des HBG einzurichten, ist ein logischer Schritt. Die Vorteile liegen schließlich auf der Hand: Das HBG ist seine Raumprobleme los und der Celler Westkreis mit seinen über 30.000 Einwohnern bekommt die Option auf ein Gymnasium. Nicht zu vergessen: Das alles ist kurzfristig mit überschaubarem Aufwand zu realisieren.

Ob aus der Außenstelle in Hambühren langfristig ein neues Gymnasium entsteht, bleibt abzuwarten. Jeder weiß: Eigentlich gehört ein neues Gymnasium nach Winsen, der einwohnerstärksten der drei Westkreis-Gemeinden. Dort und nicht in Hambühren ist das Thema zuletzt wieder auf den Tisch gekommen. Schließlich leiden die Schüler aus den Winser Außendörfern – Meißendorf, Thören oder Bannetze – am meisten unter den langen Fahrtzeiten nach Celle. Nach Hambühren würden sich die Fahrtzeiten zwar verkürzen, aber eben nicht in dem Umfang, den sich die Winser wünschen. Und schließlich wird in Winsen derzeit mit Busbahnhof und Sporthalle die nötige Infrastruktur für die Schule der Zukunft geschaffen.

Nur: Kann es sich der Landkreis tatsächlich leisten, für über 30 Millionen Euro ein neues Gymnasium zu bauen, wenn in Hambühren Gebäude leerstehen? Das gilt es in den kommenden Monaten abzuwägen. Stand heute scheint es gut möglich, dass das sechste Gymnasium im Kreis Celle in Hambühren entsteht. Auch wenn das in Winsen nicht jedem gefallen wird.

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