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Hambühren Bürgermeisterwahl: Vor dem Neustart
Celler Land Hambühren Bürgermeisterwahl: Vor dem Neustart
18:34 23.05.2019
CZ-Podium Hambühren: Andreas Ludwig, Edmund Hoffmann, Carsten Kranz, Peter Witting, Ralf Leineweber und Simon Ziegler Quelle: David Borghoff
Hambühren

Bei der nicht-repräsentativen Probeabstimmung durch das Publikum am Ende der rund zweistündigen Veranstaltung gab es einen deutlichen Überraschungssieger.

Andreas Ludwig (SPD), Edmund Hoffmann (CDU) sowie die beiden parteilosen Bewerber Carsten Kranz und Peter Witting hatten sich vor rund 350 Bürgern in der Ovelgönner Gaststätte Heideblüte den Fragen von CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber und Lokalredakteur Simon Ziegler gestellt. Alle vier treten bei der Wahl am Sonntag an, wollen Nachfolger des Ende Oktober aus dem Amt scheidenden Bürgermeisters Thomas Herbst werden, der nicht wieder antritt.

Keine Beiträge mehr für Straßenausbau

Die Veranstaltung begann mit viel Applaus des Publikums – weil alle vier Kandidaten erklärt hatten, sie wollten die Straßenausbaubeiträge abschaffen. Allerdings gab es bei dem Thema dann doch unterschiedliche Betrachtungen. CDU-Bewerber Hoffmann warnte vor einer Regelung wie in der Nachbargemeinde Winsen, wo die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge durch eine Erhöhung der Grundsteuer finanziert worden sei. „Das Geld dient dann nicht dem Straßenbau – am Ende freut sich nur der Landkreis über höhere Gelder der Kreisumlage.“

Die Neufestlegung der Straßenausbaubeiträge dürfte ein Thema für den nächsten Hambührener Bürgermeister sein. Quelle: Stefan Sauer (Archiv)

„Wenn man die Straßenausbaubeiträge abschaffen will, dann ist das auch möglich“, gab sich hingegen der parteilose Bürgermeister-Bewerber Carsten Kranz zupackend. „Wir müssen neue Wege gehen und nicht nur über Steuererhöhungen nachdenken.“ Mithilfe kürzerer Sanierungszyklen könnten teure Reparaturen von vornherein verhindert werden.

Peter Witting, ebenfalls parteiunabhängig, wies in der Diskussionsrunde auf die derzeit unklare Rechtslage hin, da die Ermittlung des für die Grundsteuer maßgeblichen Einheitswerts für verfassungswidrig erklärt wurde. „Eine allgemeine Abgabe anstelle der betroffen Anlieger ist ungerecht und unsozial“.

Gemeinden vor massiven Ausgaben

„Den Straßenausbau könnten wir aus dem laufenden Haushalt finanzieren“, gab sich SPD-Kandidat Ludwig zuversichtlich. Ein „hervorragendes Straßenerhaltungsmanagement“ müsse vor Ort entscheiden, wann was gemacht werde.

Doch ist der Straßenunterhalt wirklich so entscheidend? Die Gemeinden stünden vor massiven Ausgaben, erinnerte Kranz an weitere wichtige Themen: „Es geht um Schulen und Kindergärten, da ist die Straßensanierung nicht das Hauptthema.“ Statt sich hieran festzubeißen müsse das Ziel sein, dass die Bürger nicht mehr mit so großen Beiträgen zur Kasse gebeten würden – und nicht nur bei dieser Bemerkung war dem Hambührener Ortsbrandmeister Kranz der Applaus des Publikums gewiss.

Neubaugebiete (wie hier die Versonstraße) sind wichtig, um Neubürger für die Gemeinde zu begeistern. Quelle: Bernd Kohlmeier (Archiv)

Auch die Bereitstellung neuer Bauplätze ist wichtig für die Zukunft der Gemeinde. „Wir müssen Wohnraum schaffen, damit junge Leute zuziehen“, betonte Hoffmann. Für ein gedeihliches Gemeinde-Wachstum sind auch gemeinschaftspflegende Events wichtig. So verwies Witting darauf, dass er wieder ein Schleusenfest veranstalten will, „nachdem das seit vier Jahren niemand mehr auf die Reihe bekommen hat“.

Nach zweijähriger Unterbrechung wird es künftig wohl auch wieder einen Jugendpfleger in Hambühren geben, was alle Kandidaten auf dem Podium begrüßen. „Auch in Hambühren gibt es Hotspots, da müssen die Jugendlichen von Streetworkern angesprochen werden“, regte etwa Ludwig an. Und Kranz verband die Situation der Jüngeren mit der der Alten: „Nach der Unterbrechung in der Jugendarbeit dürfen wir nicht noch so einen Fehler machen. Wir müssen rechtzeitig einen Nachfolger für die Seniorenbetreuung finden.“

Der Jugendtreff "Ruine" in Hambühren ist schon lange geschlossen. Quelle: Oliver Knoblich

Die mögliche Kreistags-Entscheidung, in Hambühren eine Außenstelle des Hermann-Billung-Gymnasiums einzurichten, wurde einhellig begrüßt. „Den Ball müssen wir doch aufnehmen“, warb Witting. Während ein Schul-Neubau in Winsen 35 Millionen Euro kosten würde, stehe an der Hambührener Versonstraße bereits ein Schulgebäude für gymnasiale Klassen bereit, sagte Ludwig. Und Kranz betonte: „Sollte das alles nichts werden, dann ist mindestens eine Oberschule als weiterführende Schule in Hambühren nötig.“

Ein ehemaliger Unterreichtsraum in der früheren Hambührener Schule in der Versonstraße. Quelle: Oliver Knoblich (Archiv)

Bei der nicht repräsentativen Probeabstimmung am Ende hatte Kranz die Nase überraschend deutlich vorn, erhielt 46,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Für Witting und Ludwig votierten jeweils 19,8 Prozent des Podiums-Publikums, 13,5 Prozent stimmten für Hoffmann.

Bei der Wahl am kommenden Sonntag sind etwa 8500 Hambührener stimmberechtigt. Gemäß zeitlicher Übergangsregelungen wird der Bürgermeister für die Dauer von sieben Jahren gewählt.

Von Klaus M. Frieling

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