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Hambühren Flüchtling aus Gambia: "Es ist mein Leben - ich entscheide"
Celler Land Hambühren Flüchtling aus Gambia: "Es ist mein Leben - ich entscheide"
17:03 06.08.2018
Quelle: Lothar H. Bluhm
Hambühren

Ebrima Singathe, genannt Ibra, aus Gambia reckt den Daumen in die Höhe: Er hat einen Ausbildungsvertrag zur Fachkraft für Lagerlogistik in der Tasche. Gleichzeitig hätte der 19-Jährige auch einen Platz an der Celler Axel-Bruns-Schule sicher. „Ich möchte einen Abschluss machen“, sagt der junge Mann, der als unbegleiteter Jugendlicher im April 2016 nach Hambühren kam und seither dort lebt. Beruflich hat er sich einige Monate als Praktikant bei einem Celler Holzhandel orientiert. Mit dem Ausbildungsvertrag „kann ich auf den Schulplatz verzichten“, steht für Ibra fest. Er hat ein Bleiberecht bis 2021.

„Ibra ist sehr zielstrebig“, beschreibt Hambührens Integrationsbeauftragte Jessica Illmann den Migranten. Er habe ein ganz klares Bild im Kopf, wohin er möchte, was er machen will: „Das ist mein Leben und ich entscheide“, sagt er. Darum habe er auch eine andere Ausbildung nach einem Jahr abgebrochen, weil der Job nicht das war, was er machen möchte.

Inzwischen kann er sich sehr gut auf Deutsch verständigen. Notfalls kann er sich in perfektem Englisch unterhalten. Schließlich ist Englisch die offizielle Sprache in Gambia, dem kleinsten und ärmsten afrikanischen Staat, der 1965 als Commonwealth-Mitglied in die Selbstständigkeit entlassen wurde, seit Februar dieses Jahres aber wieder dem Commonwealth angehört.

Noch bevor Ibra 14 Jahre alt war, schickte ihn sein Vater, ein Imam, der vier Frauen hat, in eine Koranschule. Bis dahin lebte er in Brikama, mit rund 84.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Gambias. Nach Einschätzung der Nichtregierungsorganisation „Humanium“, einem internationalen, humanitären Verein zur Patenschaft von Kindern, der sich seit seiner Gründung 2008 dafür einsetzt, die Verletzungen von Kinderrechten zu beenden, werden Kinder von ihren Eltern bereits in jungem Alter einem Meister des Korans anvertraut werden. Der lehrt sie den Islam.

Wenn Ibra daran denkt, wird er ganz still und nachdenklich. Seine Augen werden feucht. Er berichtet von Gewalt, die er erfahren hat, hält seinen Zahnersatz in der Hand. Mit Tritten sei sein Unterkiefer traktiert worden. Darum sei er über den Senegal, über Mali, Burkina Faso, Libyen nach Italien und Österreich geflohen. Drei Jahre dauerte seine Odyssee. Es fällt Ibra sichtlich schwer, seine Flucht zu beschreiben.

In seiner neuen Heimat ist es für Ibra schwer, die vielen Diskriminierungen im Alltag, beispielsweise im Bus zu verarbeiten. „Die Menschen kennen mich doch gar nicht – trotzdem spüre ich ihre Vorbehalte. Hier in Celle. Aber auch schon damals in Italien. Das war ganz schlimm.“ In einer Art Tagebuch hat er einige der Erlebnisse zusammengefasst, hat sich seinen Frust von der Seele geschrieben. Zum Abschalten.

Abschalten kann Ibra auch, wenn er als Verteidiger mit den 1. Herren des SC Wietzenbruch in der Bezirksliga Lüneburg 2 auf dem Fußballplatz steht. Im Sport wird er anerkannt.

Von Lothar H. Bluhm

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