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Hambühren Hambühren will Schulschließung verhindern
Celler Land Hambühren Hambühren will Schulschließung verhindern
17:24 26.07.2011
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. In den Celler Westkreisgemeinden Wietze und Hambühren spitzt sich der Widerstand gegen die Umsetzung des Schulgutachtens zu. Für beide Kommunen liegt der Vorschlag auf dem Tisch, die Haupt- und Realschulen zuzumachen. Doch beide Gemeinden wollen das nicht hinnehmen und glauben, gute Argumente auf ihrer Seite zu haben. Wietze setzt auf das Potenzial durch den Hähnchenschlachthof, Hambühren versucht vor allem mit der bereits sanierten Schule zu überzeugen.

Nachdem die Hambührener Schulleitung Anfang Juli kurzfristig zu einer Podiumsdiskussion eingeladen hatte, wurde inzwischen ein Brief an Landrat Klaus Wiswe und die Mitglieder des Kreistages verschickt, der von Bürgermeister Rüdiger Harries, Schulleiter Rudolf Alker und der Schulelternratsvorsitzenden Marlis Wabnitz unterzeichnet ist. Der Kreistag will in einem Monat über die künftige Schullandschaft entscheiden. „Wir bitten Sie, auch im Namen aller Eltern, diesem Vorschlag nicht zu folgen und auch in Hambühren einen Oberschulstandort einzurichten“, heißt es in dem Brief.

Die Einführung der Oberschule in Niedersachsen sollte es den Schulträgern ermöglichen, bei geringer werdenden Schülerzahlen Schulstandorte im Sekundar-Bereich I zu erhalten. Auch zweizügige Oberschulen mit 44 Schülern pro Jahrgang seien möglich. Diese Zahl sei vor Ort mittelfristig gesichert, argumentiert man in Hambühren. Dagegen sagt der Landkreis, dass bereits in zehn Jahren die Zahlen nicht mehr ausreichten. „Eine zusätzliche Option wäre es, die Wietzer Schüler dem Standort Hambühren zuzuweisen“, bringen Harries, Alker und Wabnitz eine Option ins Spiel, die in der Nachbargemeinde weniger gut ankommen dürfte.

Zudem wird ins Feld geführt, dass das Gebäude erst für 2,85 Millionen Euro saniert und mit nagelneuen Fachräumen ausgestattet wurde. „Mit dem neuen Technik-/Werkenbereich, der neuen Lehrküche, dem neuen PC- und Physikraum sowie des Freizeitbereichs im gerade sanierten Gebäude I und den neuen Biologie- und Chemieräumen kann auch Hambühren zu einem ‚Gewinner‘ der Schulreform zählen. Die investierten Millionen würden sich dann auch für den Kreis ‚rentieren‘“, wird ausgeführt.

Der Schulgutachter hatte vorgeschlagen, den Standort Hambühren zu schließen, die beiden Grundschulen der Gemeinde zusammenzuführen und im Gebäude an der Versonstraße unterzubringen. Letzteres ist vom Tisch. Die Gemeinde hatte im Juni entschieden, dass beide Grundschulen an ihrem Standort bleiben und künftig im Ganztag laufen sollen. Kreisschulamtsleiter Reinhard Toboll brachte daraufhin ins Spiel, eine Förderschule, etwa die Paul-Klee-Schule aus Vorwerk, in Hambühren unterzubringen.

Harries verweist zudem auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Eine halbjährlich publizierte Statistik habe ergeben, dass in den ersten sechs Monaten 2011 in Hambühren 26 Einwohner mehr lebten als in der zweiten Jahreshälfte 2010, der stärkste Anstieg im Kreis. Nur Winsen (plus 21) und Hermannsburg (plus sieben) haben laut Harries noch eine positive Bilanz. „Wir geben nicht so schnell auf. Die Schule muss erhalten bleiben.“