Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Hambühren Krebs wirft Hambührener Familie aus der Bahn
Celler Land Hambühren Krebs wirft Hambührener Familie aus der Bahn
07:30 27.11.2019
Durch den Tod des Vaters ist eine Familie aus Hambühren in eine finanzielle Krise geraten. Quelle: Britta Pedersen
Hambühren

Erika Brehme (alle Namen wurden von der Redaktion geändert) war schon immer zierlich. Jetzt aber zeichnen sich unter dem lockeren Pullover die Schulterknochen deutlich ab, Arme und Beine sind so dünn, dass es – verbunden mit der kränklichen Blässe im Gesicht – schon besorgniserregend erscheint. Kein Wunder, wenn man sich vor Augen hält, was sie und ihre Familie in den vergangenen beiden Jahren durchmachen mussten.

Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs

Gut erinnert sich die 42-Jährige an den Tag, an dem das Leben ihrer Familie einen deutlich anderen Verlauf genommen hat, als ihre Zukunftspläne das vorgesehen hatten. „Hans kam ganz verstört von seinem Arztbesuch wieder. Man hatte bei einer Routineuntersuchung etwas Auffälliges entdeckt und Zusatzuntersuchungen gemacht. Am Ende wurde das Ergebnis besprochen: die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wir waren beide zunächst ganz schockstarr, haben uns dann aber aufgerafft und dem besprochenen Behandlungsplan mit so viel Zuversicht entgegengesehen, wie es uns in Verbindung mit unserer Angst möglich war.“

Rücklagen schnell aufgebraucht

Zunächst sah es vielversprechend aus, dann wurde aber klar, dass man mit dem Schlimmsten rechnen musste. Hans Brehme arbeitete ziemlich erfolgreich freiberuflich. Mit dem neugebauten Häuschen für sich, Erika und die beiden Söhne im angehenden Teenageralter waren die Rücklagen nicht besonders groß und verbrauchten sich ziemlich schnell, weil Hans wegen Behandlungen und Krankenhausaufenthalten nicht arbeiten konnte. Die bestehenden Versicherungen deckten die entstehenden Kosten bei Weitem nicht ab.

Überstellung ins Hospiz

Erika Brehme hatte in den vorangehenden Jahren, nachdem die Kinder alt genug waren, wieder angefangen, in ihrem Beruf als Verkäuferin zu arbeiten. Zweimal in der Woche half sie vormittags im Laden einer Freundin aus – eine kleine Aufbesserung für notwendige größere Anschaffungen und die Familienurlaubskasse. Als es Hans immer schlechter ging, kündigte sie, um sich um ihren Mann zu kümmern. Erst als sie sich – in den letzten Wochen bis zu seinem Tod – nicht mehr in der Lage sah, die notwendige Pflege und Versorgung leisten zu können, gab sie dem besorgten Drängen ihres Mannes nach und organisierte die Überstellung ins Hospiz.

"Ich musste funktionieren"

„Dieses Gefühl aus einer Mischung von Erleichterung, schlechtem Gewissen und Abschied war entsetzlich. Und trotzdem musste ich funktionieren. Unsere beiden Jungs, 13 und 15, waren so schon sehr verstört. Es lief nicht gut in der Schule, der Ältere hatte heftige Aggressionsausbrüche. Der Jüngere zog sich zurück, redete kaum noch, wollte nicht mehr in seinen Fußballverein … . Es war, als würden zig Arme gleichzeitig an mir ziehen.“

Längst war das Budget aufgebraucht

Dazu kamen die immer größer werdenden finanziellen Sorgen. Längst war das Budget aufgebraucht, die Überziehungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Dazu kam dann die Beerdigung. Erst als die regelmäßigen Strom- und Heizkosten nicht mehr bezahlt werden konnten, hat sich Erika Brehme aufraffen können, sich um ergänzende Sozialleistungen und Arbeit zu bemühen.

Aber eine Halbtagsstelle als Verkäuferin sichert kein notwendiges Einkommen für die Raten des Hauses und den Lebensunterhalt einer dreiköpfigen Familie. Eine Ganztagsstelle kommt wegen des angegriffenen psychischen Zustands der Kinder erst mal nicht in Betracht. „Sie brauchen jetzt erst mal die Sicherheit, dass jemand da ist, wenn sie nach Hause kommen, ein Stück gewohnten Alltags.“

Schnelle Hilfe durch CZ-Aktion

Dann kam der Moment, in dem alles zusammenzubrechen drohte: Die finanzielle Unterstützung war zwar bewilligt, die Zahlung aber ließ noch auf sich warten und die Gläubiger wollten sich nicht mehr vertrösten lassen. In dieser Situation konnte mit einer Überbrückungsfinanzierung aus den Spendenmitteln der „Mitmenschen in Not“-Aktion unbürokratisch und schnell geholfen werden. Die Brehmes werden sich neue Lösungen einfallen lassen müssen, aber jetzt haben sie die Möglichkeit, das auch zu tun.

Von Doris Hennies

Hambühren Mann aus Verkehr gezogen - Eine Kontrolle und viele Straftaten

Bei einer Polizeikontrolle in Hambühren II auf der B214 hat die Polizei bei einem Mann gleich mehrere Straftaten festgestellt.

Christoph Zimmer 25.11.2019
Hambühren Außenstelle in Hambühren - Das kam beim HBG-Krisengipfel heraus

HBG und Landkreis haben beraten, wie es bei der Außenstelle in Hambühren weitergeht. Viele Fragen sind offen – und auch das Hölty ist im Boot.

Simon Ziegler 22.11.2019

Auf dem Hambührener Sportplatz haben mehr als 200 Rekruten ihren Eid auf die Bundesrepublik abgelegt. Sie werden künftig Führungskräfte sein.

Simon Ziegler 21.11.2019